Volltreffer "by accident"

5. November 2001, 11:26
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Während eines Business-Lunches den Traum-Mitarbeiter entdeckt

Wie findet man die besten Mitarbeiter? Per Inserat, via Headhunter oder etwa persönlich, quasi "by accident" - also per Zufall? Bei aller Ehrfurcht vor der Professionalität unserer Personal-Suchprofis hat man als Unternehmer oder Manager schon manchmal das Riesenmasel, per Zufall einen Volltreffer zu landen. Mir ist es so ergangen. Während eines Business-Lunches.

Das Lokal war eher gutbürgerlich, italienisch, nichts Besonderes. Mein Business-Lunch wurde massiv gestört durch das laute Gequassel am Nebentisch zwischen zwei Studenten, die sich irrsinnig wichtig - mit Handy ausgerüstet - gaben und offenbar eine österreichweite PR-Aktion planten. Unwillkürlich bekam ich das Gespräch mit, war verärgert und fasziniert zugleich und überließ dem Rädelsführer der beiden meine Visitenkarte mit den Worten: "Sie sind mir zwar fürchterlich auf die Nerven gegangen, aber irgendwie scheinen Sie ein interessanter Typ zu sein. Rufen Sie mich an, wenn Sie an der Public-Relations-Branche interessiert sind."

Seit Jahren erfolgreich

Am nächsten Tag stand der junge Mann auf der Matte und gab sich als der stellvertretende Vorsitzende der österreichischen Hochschülerschaft zu erkennen. Ein halbes Jahr später trat er in mein Unternehmen ein und ist heute, nach sieben Jahren, mein wichtigster und bester Mitarbeiter, Stellvertreter und Teilhaber.

Auf der Jagd nach Mitarbeitern

Es gibt Manager und Unternehmer, die gehen ganz gezielt auf Jagd nach neuen Talenten und potenziellen Mitarbeitern. Auf Veranstaltungen oder bei Business-Lunches, wo sie die anwesenden Essensteilnehmer genauestens unter die Lupe nehmen. Nicht wenige Produktmanager haben so während eines Geschäftsessens nicht nur ihren nächsten Karrieresprung als Marketingleiter eingeleitet, sondern eben auch gleich ihren neuen Arbeitgeber kennen gelernt. Somit avanciert das Business-Lunch-Restaurant zum Marktplatz von "ich suche - du findest" und sprengt bei weitem den üblichen Rahmen.

Von Wolfgang Rosam
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