Die Netzwerke der NewConomy

5. November 2001, 10:50
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Die vielfältigen Facetten der Kernkompetenz "Networking" analysiert der Publizist und changeX-Chef Peter Felixberger in seinem neuen Buch.

Die Arbeitsgesellschaft befindet sich im Umbruch. Schlagwörter wie New Economy, Networking, Arbeitskraftunternehmer, Patchwork-Biografie, Interims-Manager, Online-Communitys oder vom Mitarbeiter als Kunde, die allesamt feine Verbindungslinien untereinander besitzen, begleiten diesen Prozess.

Ob Fremdsteuerung, Fremdbestimmung, Kontrolle und Hierarchie in einem Diktat des Profits oder ob Solidarität, Kooperation, Vertrauen und gegenseitige Hilfe in Netzwerken und Communitys die Karriere- und Lebensplanung bestimmen, steht dabei zur Disposition.

Wandel der Einstellungen

New Economy als NewConomy bedeutet einen Wandel der Einstellungen, Mentalitäten sowie eine Neuorientierung unserer Arbeitskultur, gibt Peter Felixberger, Publizist und Geschäftsführer des unabhängigen Online-Magazins www.changeX.de, in seinem Buch "Networking im Beruf" zu bedenken.

In der New Economy soll es darum gehen, die Zugänge und Möglichkeitsräume für die Selbstverwirklichung jedes Menschen zu öffnen, womit jedoch gleichzeitig Risiko, Ungewissheit und ständiger Wandel verbunden sind.

Felixberger begreift die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen als gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Netzwerken und Kooperieren haben in dieser Entwicklung viele Gesichter. Auch im Hinblick auf die neu erwachte soziale Verantwortung von Unternehmen. Diese begreifen sich nicht mehr als isolierte Einzelkämpfer.

Virtuelle Communitys

Das Internet schafft für jeweilige Interessen und Bedürfnisse neue Marktplätze. Virtuelle Communitys können die Machtverhältnisse zwischen Anbietern und Verbrauchern radikal verändern. Denn der virtuelle Markt hat keine Geheimnisse, nichts bleibt verborgen. Communitys werden solche Unternehmen stärken, die erstklassige Qualität und guten Service bieten, beste Preise haben und die den Werten der Community entsprechen, ist eine bei Felixberger vertretene These.

Somit wird Netzwerken, ob privat oder beruflich, zur Basis für Karriere- und Lebensplanung. Wer etwas bewegen will, braucht andere Menschen und Räume als Katalysatoren, um sich entfalten zu können. Das Immer-und-überall in der globalen Vernetzung erfordert aber auch gigantische soziale Anpassungsleistungen.

Das kann faszinierend und schrecklich zugleich sein. Die Chance liegt darin, sich mit genau denen zu verbinden, welche die eigenen Bedürfnisse kennen und auch erfüllen können. Also im Aufbau eines jeweils ganz persönlich gestalteten Netzwerkes.

Karriere-Netzwerke

Die Kunst des Networking ist in der New Economy sehr oft die Eintrittskarte zu mehr Erfolg im Business. Kleine und größere Communitiys, in denen man sich gegenseitig unterstützt, sprießen an allen Ecken und Enden hervor.

Felixberger porträtiert ausführlich das exklusive Karrierenetzwerk www.manager-lounge.com, bei dem die Zugangsbedingung ein Bruttojahresgehalt von mindestens 75.000 EURO darstellt. Die zusätzlich durch Coachinggespräche selektierten Mitglieder werden mit den in Frage kommenden Unternehmen zusammengebracht, also vernetzt. Manager werden so Arbeitskraftunternehmer in eigener Sache und Unternehmen selbst Headhunter. (DER STANDARD, Print-Ausgabe)

Von Matthias Raftl

www.changeX.de

www.manager-lounge.com

www.hrblue.de

Peter Felixberger: Networking im Beruf. Jobbörsen, Stellenportale, Karrierenetzwerke. Hanser, 2001. Preis: öS 291,-

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