Schicksal vermisster Kosovo-Serben weiter ungewiss

3. November 2001, 14:01
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UNMIK-Chef Häkkerup glaubt nicht mehr an Überlebende

Belgrad - Das Schicksal von etwa 1.300 noch immer vermissten Kosovo-Serben ist nach wie vor ungewiss. Der Chef der UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK), Hans Häkkerup, geht davon aus, dass es unter den vermissten Serben keine Überlebenden mehr gibt. Dies habe er einer Delegation der "Vereinigung der Familien vermisster und gekidnappter Personen im Kosovo" nach einem Treffen am Freitagabend mitgeteilt. Ein Mitglied dieser Vereinigung, Simo Spasic, erklärte allerdings gegenüber dem Belgrader Sender "B-92", dass die gekidnappten Serben nach wie vor in Lagern gehalten würden.

"Wir haben gesagt, dass es Lebende gibt und dass es sieben fixe und vier mobile Lager gibt", so Spasic nach dem Treffen mit Häkkerup. Er habe zudem Informationen, dass eine Gruppe nach diesen Lagern suche, bis heute aber keine gefunden worden wären, "was bedeutet, dass uns etwas verheimlicht wird", sagte Spasic. Häkkerup hätte der Delegation auch mitgeteilt, dass es 1.200 nicht identifizierte Leichen gebe. Dass es sich dabei aber um Serben handle, weil die Kosovo-Albaner ihre Opfer bereites identifiziert und beerdigt hätten, hätte er aber nicht bestätigen wollen.

Spasic präzisierte auch den Standpunkt der Vereinigung, dass die Kosovo-Serben nicht an den für 17. November angesetzten Wahlen in der südserbischen Provinz teilnehmen sollten, solange das Schicksal der Vermissten nicht gelöst sei. Er kündigte auch für den Fall, dass die jugoslawische und serbische Regierungen keine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage finden, "radikalere Aktionen" und breitere Proteste der Bevölkerung an. (APA)

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