"Ich würde mir das nicht antun"

2. November 2001, 19:00
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Verkehrsbürochef skeptisch, ob sich Hilton als Luxushotel rentiert

Wien - Verkehrsbürochef Rudolf Tucek, ist skeptisch, ob Wien tatsächlich zusätzliche Fünfsternehotels braucht. Er würde aus dem Hilton am Stadtpark, das sich zweifellos in guter Lage befinde, jedenfalls kein Fünfsternehotel mehr machen. Aus Rentabilitätsgründen würde er sich das "nicht antun", sagte der Vorstand des größten heimischen Reisebüros weiter.

Die Gäste suchen derzeit eher Drei- bis Viersternehotels. Die Luxushotels könnten vor allem in den Nebensaisonen ihre Kundschaft nicht halten und würden da immer stärker zur Konkurrenz der Viersternekategorien. Das Verkehrsbüro selbst betreibt in Wien und Prag Hotels der Luxusklasse. Die aktuelle Situation und die zurzeit wegen der Reiseunlust nach dem Terroranschlag in New York vom 11. September "nicht gerade brüllende Nachfrage" dürfe aber nicht als Maßstab für künftige Investitionen gelten, meint auch Tucek.

Le Meridien kommt

Neben den Platzhirschen Imperial, Bristol, Sacher und den Ketten Marriott oder Intercontinental soll ab Ende 2003 auch Le Meridien in der Wiener Innenstadt Ecke Opernring/Burgring (auf den Breiteneder-Gründen) ein 300-Betten-Hotel aufmachen.

Le Meridien ist im Besitz der japanischen Finanzgruppe Nomura und will mit dem Wiener Standort seine Mitteleuropa-Expansion fortsetzen. Ein Haus in Budapest wurde bereits eröffnet, in München wird noch gebaut. Immobilienexperten prophezeien den Wiener Luxushotels trotz der derzeitigen Flaute eine gute Zukunft: Die Bundeshauptstadt spiele eine prominente Rolle am Kongresssektor, und die Teilnehmer wollen möglichst an einem Ort wohnen und nicht über die Stadt verstreut untergebracht werden.

Interesse an einem Wiener Standort sollen auch die Hotelketten Kempinski, Ritz-Carlton und Mövenpick haben. (cr, DER STANDARD, Printausgabe 3.11.2001)

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