Schädlicher Parasit gegen Asthma

3. November 2001, 14:00
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Studie: Hakenwürmer reduzieren pfeifende Atemgeräusche um die Hälfte

London - Forscher der Universität von Nottingham und der Universität von Äthiopien haben Beweise dafür gefunden, dass Hakenwürmer eine wesentliche Rolle in der Behandlung von Asthma spielen könnten. Eine Studie an 200 Äthiopiern mit Asthma und 400 Kontrollpersonen hat ergeben, dass sich bei den mit den Parasiten befallenen Asthmatikern die pfeifenden Atemgeräusche um die Hälfte reduzierten. Ein Befall mit Hakenwürmen ist in Ländern wie Äthiopien gewöhnlich. Der Parasit wandert durch den Körper über die Lunge zum Darm. Wie die Forscher im Fachblatt The Lancet berichten, ist es möglich, dass auch andere Darmparasiten die hochsensiblen Immunreaktionen von Asthmatikern unterdrücken.

Für die Studie untersuchten die Forscher Fäkalproben von Testpersonen in Stadtgebieten. In 24 Prozent der Proben waren Hakenwürmer vorhanden. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass das verminderte Risiko des typischen asthmatischen Keuchens in Stadtgebieten zu einem wesentlichen Teil auf den protektiven Schutz des Hakenwurms zurückzuführen ist. Die Gründe sind noch nicht geklärt, so ein Bericht von BBC Online.

Der Weg durch den menschlichen Körper

Der Mensch dient dem Hakenwurm (Ancylostoma duodenale) als Wirt. Er bohrt sich durch die Füße und wandert über die Blutgefäße in die Lunge. Dort kann er bis in den Rachenraum vordringen und sich anschließend im Verdauungstrakt ansiedeln. Mit seinen scharfen "Zähnen" bohrt er sich in die Darmwände. Forscher vermuten, dass der Wurm während der Lungenpassage eine Substanz des Körpers verdaut, die für ein funktionsfähiges Immunsystem bedeutend ist. "Der Wurm könnte die allergische Reaktion, die Asthma auslöst, blockieren", vermutet Sarah Scrivener von der Uni Nottingham. Gewisse Arten von Hakenwürmern setzten ein Protein frei, das die Immunantwort dämpft.

Die Forscher hoffen durch die Ergebnisse auf die Entwicklung neuer Medikamente zur Asthmakontrolle sowie Auswirkungen auf das Programm zur Bekämpfung der Hakenwürmer. Das Programm läuft in zahlreichen Ländern. Bei Kindern kann der Befall zu kognitiven Störungen und einer Wachstumsretardierung führen. Die Gates Foundation unterstützt die Sabine Vaccine Foundation mit 18 Mio. Dollar. Ziel der Stiftung ist die Entwicklung einer Impfung gegen Hakenwürmer. Forscher befürchten allerdings, dass die Ausrottung des Hakenwurms einen Aufschwung für Asthma, vorwiegend in Stadtgebieten, bedeuten könnte. (pte)

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