Vitamin D gegen Typ 1 Diabetes

3. November 2001, 15:02
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Deutliche Risikosenkung bei Einnahme im Kleinkindalter

London - Eine finnische Studie hat einen direkten Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin D bei Kleinkindern und dem späteren Entstehen von Typ 1 Diabetes hergestellt. Es zeigte sich, dass die Einnahme der empfohlenen Vitamingaben das Diabetes-Risiko um 80 Prozent senkte. Für die Untersuchung wurden 12.000 Teilnehmer zwischen 1966 und 1997 beobachtet. Die Wissenschaftler empfehlen laut dem Fachmagazin The Lancet, auf eine ausreichende Versorgung von Kleinkindern mit Vitamin D zu achten. Ernährungsexperten nennen als Richtwerte unter sechs Monaten 8,5 Mikrogramm täglich und zwischen sieben Monaten und drei Jahren sieben Mikrogramm.

Das Team unter der Leitung von Elina Hyppönen vom Institute of Child Health beobachtete die Vitamin-Einnahme während des ersten Lebensjahres der Teilnehmer. In der Folge wurden sie entsprechend der Vitaminmenge in drei Gruppen aufgeteilt: unterhalb, innerhalb und über den empfohlenen Werten. Dabei zeigte sich, dass jede Einnahme von Vitamin D das Risiko gegenüber einer Nichteinnahme senken konnte. Bei Kindern, die regelmäßig mit entsprechenden Präparaten versorgt wurden, verringerte sich das Risiko um 80 Prozent. Bei Teilnehmern, die in ihrem ersten Lebensjahr an Rachitis erkrankten, verdreifachte sich das Diabetes-Risiko.

Genaue Entstehungsursachen noch unbekannt

Ein Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitamin D und Diabetes wurde bereits in Tests mit Tieren und einer retrospektiven Studie hergestellt. Die aktuelle Untersuchung erforschte erstmals die Vitaminversorgung von Kindern und das Auftreten von Diabetes. Die genauen Ursachen für die Entstehung von Typ 1 Diabetes sind derzeit noch nicht bekannt. Fest steht, dass bei dieser Autoimmunerkrankung das Immunsystem körpereigene Zellen zerstört. Vitamin D gilt als immunsuppressiver Wirkstoff. Die Forscher gehen daher davon aus, dass dieses Vitamin übermäßig aggressive Reaktionen des Immunsystems unterdrücken kann.

Finnland hat weltweit das höchste Vorkommen von Typ 1 Diabetes. Im Norden des Landes scheint die Sonne im Dezember täglich nur zwei Stunden. Sonnenlicht gilt als eine der Hauptquellen von Vitamin D. Ein Mangel kann zu Erkrankungen wie Rachitis führen. (pte)

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