Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation tagt in Rom

2. November 2001, 15:29
posten

Streit über Saatgutabkommen

Rom - Landwirtschaftsminister und Delegierte aus 180 Ländern diskutieren seit Freitag in Rom auf der halbjährlichen Konferenz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) über Strategien gegen den Hunger weltweit. Die Lösung liege nicht allein in einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, sagte zur Eröffnung der frühere chilenische Präsident Patricio Aylwin. Ursachen für das "tragische Versagen" der FAO im Kampf gegen den Hunger seien die mangelnde Bereitschaft der reichen Länder, den armen zu helfen, die Unfähigkeit der Entwicklungsländern, für ihre Ärmsten zu sorgen, sowie falsche wirtschaftspolitische Konzepte.

Umstritten ist vor allem das Internationale Abkommen zur Nutzung und zum Schutz pflanzengenetischer Ressourcen, das während der zwölftägigen Konferenz verabschiedet werden soll. Es soll gewährleisten, dass Bauern auf der ganzen Welt zu günstigen Bedingungen günstiges Saatgut kaufen können. Vor allem die USA und Kanada haben Bedenken, weil das Recht auf geistiges Eigentum sowie andere internationale Handels- oder Umweltabkommen berührt sind. Auf der Tagesordnung steht zudem der Internationale Verhaltenskodex zur Verteilung und Nutzung von Pestiziden von 1985, dessen Bestimmungen verschärft werden sollen. FAO-Generaldirektor Jacques Diouf will zudem eine Erhöhung des jährlichen Budgets um rund 77 Millionen Mark (39,4 Mill. Euro/542 Mill. S) bewilligt bekommen. Der Haushalt der FAO stagniert seit sechs Jahren bei jeweils rund 1,4 Milliarden Mark. (APA/AP)

Gleichzeitig mit der Konferenz sollte eigentlich ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der FAO-Mitgliedsländer stattfinden. Es wurde wegen der Sicherheitslage nach dem 11. September auf das kommende Jahr verschoben. Der letzte FAO-Gipfel 1996 hatte eine Halbierung der Hungeropfer bis zum Jahr 2015 zum Ziel erklärt. Derzeit müssen weltweit rund 800 Millionen Menschen hungern. (APA/AP)

Share if you care.