Abbado fühlt sich beleidigt

4. November 2001, 21:48
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Biografie ein "zynisches Machwerk"

Berlin - Maestro Claudio Abbado ist verstimmt: Als jetzt ein Buch über ihn erschien, das der Berliner Henschel Verlag als erste Biografie des Dirigenten ankündigte, hat sein Anwalt einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt, da es sich bei der Biografie angeblich um eine "schnulzig-fiktive Geschichte" handle. Das Buch sei ein "zynisches Machwerk", das zahlreiche Unrichtigkeiten enthalte.

Der Autor Christian Försch habe "weite Teile seines Textes frei erfunden", so Anwalt Peter Raue - Abbado fühle sich diffamiert und beleidigt und gebe mehrere eidesstattliche Versicherungen ab. Der Autor meint dagegen, Abbado und sein Anwalt brächten vor allem Nebensächlichkeiten vor, die die Kernaussagen seines Textes nicht erschütterten. Auch scheine sich Abbado, so Försch, an viele Einzelheiten seines Lebens nicht mehr zu erinnern.
(APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. 11. 2001)

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