Jetzt lernen auch die Autos carven

2. November 2001, 14:57
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Durchstarten in Fernost. Europas Autobauer setzen sich auf der Tokyo Motor Show selbstbewusst wie nie in Szene. Siehe: Mercedes, VW, BMW.

Europas massive Präsenz auf der 35. Tokyo Motor Show spiegelt die wiedergewonnene Führungsposition der Alten Welt in Sachen Automobil wider. Praktisch die Hälfte der Ausstellungsfläche haben sich Deutsche, Franzosen und Italiener gesichert; rechnet man die von Ford und General Motors geschluckten Hersteller (Volvo, Jaguar, Land Rover, Aston Martin sowie Opel und Saab) dazu, ist es noch deutlich mehr.

Interessante Franzosen

Besonders interessant ist dabei der Auftritt der Franzosen. Renault leistet sich einen ebenso repräsentativen wie attraktiven Stand gleich gegenüber der Japantochter Nissan. Da will auch der PSA-Konzern (Peugeot, Citroën) nicht zurückstehen und kontert mit zwei ähnlichen Ständen am anderen Ende der Messehallen. Gezeigt wird übrigens nichts wirklich Neues, Renault hat als Eyecatcher sein schon bei der IAA in Frankfurt vorgestelltes Konzeptfahrzeug, den Talisman, mitgebracht. Die Besucher stehen Schlange.

Nobelwinzling von BMW

Das tun sie auch nebenan, bei BMW. Die Bayern haben Tokio für die Weltpremiere des Mini Cooper S ausgewählt, und das Gerät mit der Lufthutze in der Motorhaube und dem mittig platzierten Doppelrohr-Auspuff sieht echt scharf aus. Die Motoren waren bisher eher die Schwachstelle des schnuckeligen Nobelwinzlings, in der Cooper-S-Ausgabe ist das kein Thema mehr. Wir sagen nur: 163 PS. Nach Österreich kommt der Flitzer im Frühjahr 2002, die Preise stehen noch nicht fest.

Volkswagen goes Ferrari

Ähnliches gilt auch für die Sportskanone von Volkswagen, das W12 Coupé. Der von Giugiaro designte (Straßen-)Rennwagen, der vermutlich um die 2,5 Mio. S kosten wird, feiert ebenfalls in Japan seine Weltpremiere. Ab 2004 gehen die Deutschen damit auf die Jagd nach Ferrari- und Lamborghini-Kunden. Die VW-Argumente: 6,0-Liter-W12-Motor mit 600 PS, 0-100 km/h in 3,5 sec., 350 km/h Spitze.

Definitiv nicht gebaut wird, leider, ein ungewöhnliches Sportgerät von Mercedes: Der F 400 Carving ist eines der Highlights auf der Motor Show, Definition: Forschungsfahrzeug. Erforscht werden soll nicht nur die Begeisterungsfähigkeit des japanischen Publikums, sondern auch zukunftsweisende Fahrzeugtechnik. In der Kurve neigen sich nämlich die Außenräder um bis zu 20 Grad, was insgesamt höhere Kurvengeschwindigkeiten und damit deutlich gesteigerte Fahrdynamik erlauben soll. Motorradfahrer werden bei diesem Anblick ein gewisses Aha-Erlebnis haben.

Die Kleinwagentochter Smart ist mit japantauglichen Rechtslenkern nach Fernost gereist, und der US-amerikanische Mercedes-Partner Chrysler zeigt mit dem Willys2 eine fetzige Studie, die auf Basis der Jeep-Ursprünge in die Zukunft des US-Geländewagen-Spezialisten weisen soll.

  • Mercedes Chefdesigner Peter Pfeiffer bei der Präsentation des F 400 Carving. >Klickmich!
    foto: derstandard/stockinger

    Mercedes Chefdesigner Peter Pfeiffer bei der Präsentation des F 400 Carving.
    >Klickmich!

  • Vor seinem Abgang kennt VW-Boss Ferdinand Piech gar keinen Genierer mehr und greift mit dem W12 Ferrari & Co an.>Klickmich!
    foto: derstandard/stockinger

    Vor seinem Abgang kennt VW-Boss Ferdinand Piech gar keinen Genierer mehr und greift mit dem W12 Ferrari & Co an.
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  • BMW wählte Tokio zur Bühne, um die sportivste Variante des neuen Mini (Cooper S) zu präsentieren.>Klickmich!
    foto: derstandard/stockinger

    BMW wählte Tokio zur Bühne, um die sportivste Variante des neuen Mini (Cooper S) zu präsentieren.
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