Cartoon-Heldinnen übertragen Funlove-Virus

2. November 2001, 15:55
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Erstmals Virus durch eine DVD weiterverbreitet

Die in den USA kürzlich veröffentlichte DVD des Cartoon-Superheldinnen-Teams Powerpuff Girls mit dem Titel "Meet the Beat-Alls" enthält den Computervirus Funlove. Warner Brothers, die Mutter des Powerpuff Girls Senders Cartoon Network, hat alle DVDs der populären Cartoon-Serie eingezogen. Das berichtet das Anti-Virus Unternehmen Sophos auf seiner Homepage. Bisher ist keine Viren-Weiterverbreitung durch eine kommerzielle DVD bekannt. Unternehmen haben aber schon unbeabsichtigt Viren auf CDs, Floppy Disk und Cover Disks verbreitet. Prominente Funlove-Opfer waren bereits Microsoft und Dell.

Alle User haben uneingeschränkten Datenzugang

Funlove befällt Windows Systeme, indem er sie instabil macht und so häufiger Abstürze verursacht. Hat der Virus einmal ein Netzwerk infiziert, kann er sich selbstständig auf alle PCs verbreiten und erlaubt allen Usern uneingeschränkten Datenzugang. Er ist in beigefügten Dateien der DVD enthalten, die zur Erstellung von Bildschirmschonern und Wallpapers dienen. Funlove ist schon mehrere Jahre alt. Aktuelle Anti-Viren-Programme sollten eine Übertragung vermeiden. Graham Cluley, Technologie Consultant bei Sophos, sagte: "Das Auftreten von Funlove auf der DVD lässt darauf schliessen, dass die Anti-Virus-Software der Produktionsfirma nicht up-to-date war."

DVD aus dem Verkehr gezogen

Die Powerpuff Girls sind eine erstmals 1999 ausgestrahlte und sehr erfolgreiche Cartoon-Serie des US-Fernsehsenders Cartoon Network, die für ihren schrulligen und teilweise surrealen Humor bekannt ist. Die "Meet the Beat-Alls"-DVD der Powerpuff Girls ist seit ihrem Erscheinen im letzten Monat sehr populär. Viele Fans der drei Cartoon-Superheldinnen halten sie für die beste Episode der Serie. Der Titel ist ein Wortspiel, der sich auf das "Meet the Beatles"-Album der legendären Pop Band aus den Sechzigern bezieht. Ein Großteil der Dialoge im neuen Film beruhten auf Beatles-Texten. Die DVD wurde nur in den USA auf den Markt gebracht. Einzelne Stücke könnten aber durch Touristeneinkäufe und Internetbestellungen auch außerhalb der USA verkauft worden sein.(pte)

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