"Es gibt keinen Konkurrenzkampf der Geschlechter"

2. November 2001, 14:28
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Experten für Zusammenarbeit

Wien - Während es schon seit Jahren weltweit zahlreiche Organisationen gibt, die sich mit Frauengesundheit beschäftigen, fehlen solche Einrichtungen für Männer. Im Umfeld des 1. Weltkongresses für Männergesundheit in Wien wurden deshalb international Gremien gegründet, die den Gedanken der Männergesundheit propagieren sollen.

"Es tut sich etwas. Es gibt immer mehr Initiativen in immer mehr Staaten. Das ist aber kein Wettkampf mit den Frauen. Wir brauchen bei geschlechterspezifischen Gesundheitsfragen eine Balance. Wir müssen zusammenarbeiten. Die Gesundheit von Männern und Frauen beeinflussen einander. Wird der Mann krank, kann das auch für die Frau Leiden bedeuten und umgekehrt", erklärte am Freitag der Präsident des in Wien erstmals vorgestellten "European Men's Health Forum", der nordirische Arzt Ian Banks.

Ähnliche auch der Vizepräsident des Forums, der Wiener Experte Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn: "Es gibt keinen Konkurrenzkampf. Das Geschlecht des Individuums bei Männern und Frauen ein wichtiger Faktor der Gesundheit."

Auch Lobbying

Das Forum will eine Plattform möglichst vieler Mitglieder sein, das sich insbesondere um die Sammlung und Verteilung von Informationen zu dem Thema beschäftigt. Daneben soll es bei der Organisation mit Sitz in Brüssel auch um Lobbying bei den Politikern gehen. Banks: "Der Umstand, dass beispielsweise in manchen Gegend Schottlands die Lebenserwartung der Männer um zehn Jahre kürzer ist als in Südengland, bedeutet einfach, dass wir es mit einem Verteilungsproblem bei den Ressourcen zu tun haben. Das sind politische Fragen."

Bereits am Donnerstag war in Wien die International Society for Men's Health (ISMH) gegründet worden. Sie soll weltweit tätig werden. (APA)

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