Vom Seriösen im Seriellen

6. November 2001, 12:09
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Mazda 6 und RX8, Honda CRV, Mitsubishi Lancer: Lässt man die vielen Studien beiseite, so zeigt sich, dass nur wenige Autos Premiere feiern, die in Serie gehen. Hier geht's seriöser zu als bei den Showcars.

Kleinautos, SUVs (modische Geländewagen), Vans und Sportgeräte: Zwischen all den verrückten Studien auf der 35. Tokyo Motor Show kristallisiert sich heraus, dass die Japaner künftig vor allem auf diese automobilen Themen setzen, wenn es um Seriosität und also Serienfertigung geht. Und um so genannte Cross-over-Konzepte, also Fahrzeuge, bei denen die Vorzüge verschiedener Fahrzeuggattungen geschickt zu Neuem kombiniert werden.

They always come back

Dass dabei die klassische Limousine längst nicht tot ist, stellt Mazda unter Beweis, und zwar recht eindrucksvoll. Mit dem Mazda 6, dem Nachfolger des - 'tschuldigung - Design-Langeweilers 626 (technisch gab's ja nie was zu mäkeln), meldet sich der Hersteller mit einem Knüller zurück. Als Vorbote eines "großen Paradigmenwechsels", wie es Rainer Isola, Sprecher von Mazda Austria, exklusiv für den STANDARD formuliert.

Mazda revitalisiert

Der 6er ist dementsprechend ein Auto mit viel Emotion im Blech, und auch der Innenraum zeigt, dass man bei Ferdinand Piëch und der VW-Partie, die hinsichtlich Materialanmutung seit Jahren die Standards setzt, dazugelernt hat. Die "von Grund auf neu definierte Mittelklasse" kommt Mitte 2002 nach Österreich, zunächst als Vier- und Fünftürer sowie mit drei Benzinern: 1,8 (120 PS), 2,0 (141 PS) und 2,3 (166 PS). Im Herbst folgt der Kombi - und zwei 2,0-Liter-Common-Rail-Diesel mit 120 und 136 PS. Preise gibt's noch nicht.

RX-8 ab Mitte 2003

Fertig ist auch der RX-8, bei uns ist der rassige Sportler allerdings erst Mitte 2003 erhältlich. Nicht ganz verständlich ist die Entscheidung von Konzernchef Mark Fields, den Imageträger nur mit Wankelmotor anzubieten (250 PS) und nicht auch, wie noch bis vor kurzem verlautbart, auch mit konventionellen Maschinen. Als möglicher (Kampf-) Preis wird ein Wert um die 500.000 Schilling kolportiert.

Toyota, Japans Nummer eins, beschränkt sich auf eine Fülle von (fast durch die Bank interessanten) Designstudien und Technologieträgern. Man verfolge halt die Philosophie, Premieren von Serienfahrzeugen auf den Exportmärkten abzufeiern, erläutert Roman Sobotka vom Österreich-Importeur Toyota Frey. Relativ seriennah ist noch der RSC, der so oder ähnlich eines Tages im Rallye-Rennsport eingesetzt werden könnte.

Spannend und schick

Spannendster Nissan-Beitrag ist der mm. Der sympathische Kleine nimmt den kommenden Micra vorweg, der allerdings erst 2003 beim Händler stehen wird. Schon ab März 2002 gibt es hingegen den neuen Primera (als Viertürer und Kombi; Fünftürer folgt im Juli), und zwar zu Preisen ab ca. 280.000 S. Der Mittelklassler, der auf der IAA in Frankfurt Premiere feierte, ist wirklich schick in Schale. Daneben denkt Nissan an eine Wiederbelebung der legendären Z-Baureihe: Der Fairlady Z ist ein attraktives Sportcoupé mit 3,5-Liter-V6 (300 PS), der Serieneinsatz in Europa ist nicht vor 2003 geplant.

Honda mit Diesel

Früher schon kommen wird der Honda CRV. Im Styling liegt er sehr nahe an seinem Vorgänger, und der war schließlich einmal ein Trendsetter. Der neue CRV ist etwas länger geworden, vor allem aber viel flexibler im Innenraum. Ab März 2002 gibt es den Stadtgeländewagen mit 2,0-Liter-Benziner, ein Diesel (richtig gelesen) kommt vermutlich ein Jahr später.

Neuigkeiten kündigen sich auch bei Mitsubishi an. Der CZ2 gilt als legitimer Nachfolger des einst so erfolgreichen Colt. Der Wagen kommt Ende 3003 nach Europa, das Design ist laut Hersteller bereits recht seriennah. Schon Ende 2002 kommt der Passat/Mondeo-Konkurrent Lancer auf den Markt, als Limousine und Kombi. Zum Start gibt's einen 1,8-Liter-Benziner, später dann auch einen Diesel aus dem Haus Mercedes Benz. Sagt Mitsubishi.

Suzuki streng konservativ

Schließlich Suzuki: Viele bunte Studien, aber nur eine Neuheit für die Serie. Der Alto, den es bei uns aus abgastechnischen Gründen seit einem Jahr nicht mehr gibt, erlebt seine Wiedergeburt. Der Stadtflitzer fährt im streng konservativen Blechkleidchen vor und im April 2002 nach Österreich. Mit 1,0-Liter-Maschine, 55 PS, fünf Türen. (AUTOMOBIL, 2.11.2001)

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