UNO-Mission drängt auf Teilnahme der Serben an Wahlen

2. November 2001, 16:12
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Erneut Treffen Häkkerup und Kostunica

Belgrad - Der Leiter der UNO-Mission im Kosovo (UNMIK), Hans Häkkerup, ist in Belgrad mit dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica zu einem letzten Versuch zusammengetroffen, die Teilnahme der Kosovo-Serben an den Wahlen am 17. November zu sichern. Seit zehn Tagen laufen intensive Verhandlungen zwischen Belgrad und der UNMIK über eine gemeinsame Erklärung, die die Teilnahme der Kosovo-Serben an den Wahlen sichern würde.

Kostunica wird Kosovo-Serben zur Wahlteilnahme auffordern

Der jugoslawische Minderheitenminister Rasim Ljajic erklärte gegenüber Medienvertretern, dass auch beim heutigen Treffen keine endgültige Entscheidung zu erwarten sei, allerdings werde die Situation viel klarer werden. Zuvor ließ eine UNMIK-Sprecherin in Pristina wissen, dass man nach dem heutigen Treffen erwarte, dass Präsident Kostunica die Kosovo-Serben zur Wahlteilnahme auffordern werde.

Der Leiter des Belgrader Kosovo-Koordinierungsausschusses, Nebojsa Covic, war vor dem heutigen Treffen eher pessimistisch gestimmt. Es gebe keinen Grund zur Eile, das Leben im Kosovo werde auch nach dem 17. November (Wahltag) weitergehen, meinte Covic gegenüber dem Belgrader Sender "B-92". Er äußerte sich sehr negativ zu den "take-or-leave-Vorschlägen" der internationalen Staatengemeinschaft und meinte, dass es bei den Verhandlungen zwischen Belgrad und der UNMIK bisher nicht zum notwendigen Fortschritt gekommen sei.

"Geringeres Risiko"

Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic kündigte indes für die Abendstunden eine gemeinsame Sitzung der serbischen und der jugoslawischen Regierung an, bei der auch die Entscheidung über eine Wahlteilnahme gefasst werden soll.

Es werde eine positive Entscheidung geben, meinte Djindjic mit dem Hinweis, dass es sich um seinen "persönlichen Eindruck" handle. "Für die Serben ist es ein geringeres Risiko, an der Wahl teilzunehmen und für ihre Rechte zu kämpfen, als dies nicht zu tun", meinte Djindjic. Einen ähnlichen Standpunkt hatte am Donnerstag auch der jugoslawische Außenminister Goran Svilanovic vorgetragen. (APA)

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