Bergung im Gotthard-Tunnel hat begonnen

2. November 2001, 17:06
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23 Fahrzeuge sollen im Tunnel untersucht werden

Bellinzona/Arisdorf - Neun Tage nach dem verheerenden Unglück im Schweizer Gotthardtunnel haben am Freitag die Bergungsarbeiten begonnen. Die Staub- und Luftanalysen ließen nun einen Einsatz der Retter zu, teilte die Tessiner Polizei mit.

Erste Trupps in Schutzkleidung im Tunnel

Am Nachmittag sollten die ersten Trupps in Schutzkleidung in den Tunnel einfahren. Dann sollte auch die Suche nach weiteren Opfern beginnen. Die Behörden gehen bisher von elf Toten aus. Angesichts des stark angewachsenen Schwerverkehrs auf den Ausweichrouten und der hohen Unfallgefahr wurden Verkehrslenkungen und Sicherheitsmaßnahmen beschlossen. In der Früh war es in einem Tunnel bei Basel erneut zu einem Frontalzusammenstoß gekommen.

23 Fahrzeuge sollen im Tunnel untersucht werden

Zunächst solle versucht werden, die in der Unglückszone abgestürzten Deckentrümmer beiseite zu räumen, sagte der Sprecher der Tessiner Kantonspolizei, Mario Ritter. Die nach dem Brandunfall am vergangenen Mittwoch noch im Tunnel stehenden 23 Fahrzeuge würden dann erkennungsdienstlich untersucht, bevor sie aus dem Tunnel geschleppt würden. Da im Tunnel nach dem Lkw-Zusammenstoß Reifen, Kunststoffe und Farben verbrannt sind, wurde von einer hohen Belastung der Luft im Tunnel ausgegangen.

Nach wie vor gehen die Behörden offiziell von elf Toten bei dem Feuer nach dem Zusammenstoß von zwei Lastwagen aus. Neun Leichen konnten bereits den Angehörigen übergeben werden, über die Identität der beiden übrigen Opfer herrscht noch Unklarheit. Auch der türkische Fahrer des Unglücks-Lkw wurde noch nicht gefunden.(APA/dpa)

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