Vermehrt Angststörungen und Depressionen in Deutschland

2. November 2001, 12:41
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Als Folge der Terroranschläge in den USA

Emsdetten - Die Terroranschläge in den USA haben auch die Psyche der Menschen in Deutschland getroffen. Seit den Attacken am 11. September wird jeder zweite Hausarzt in der Bundesrepublik mit unterschiedliche Formen von Angststörungen und Depressionen bei seinen Patienten konfrontiert. Das ist das Zwischenergebnis einer Befragung des Berufsverbandes der Allgemeinärzte Deutschlands (BDA) unter mehr als 46.000 Medizinern. Der Fortbildungsbeauftragte des Verbandes, Klaus Wahle, sprach von einer "neuen Ausprägung von Angsterkrankungen", die auf die Allgemeinärzte zuzukommen scheine.

Viele Ärzte haben festgestellt, dass Patienten, die ihnen vorher zwar als latent depressiv, aber nie behandlungsbedürftig erschienen, plötzlich massive Angst- und Panikstörungen entwickeln", berichtete der Experte. Wenn die Anti-Terror-Maßnahmen der USA und Großbritanniens tatsächlich keine kurzzeitige Intervention blieben, "müssen wir uns zukünftig mit dieser Form der 'chronisch rezidivierenden' (wiederkehrenden) Angsterkrankungen stärker auseinander setzen", sagte Wahle.

Die befragten Mediziner glauben den Angaben zufolge überwiegend, dass sie mit Gesprächen und medikamentöser Therapie der Situation gerecht werden können. Allerdings äußerten viele auch den Wunsch nach zusätzlicher Fortbildung zur Diagnostik und Therapie von Angsterkrankungen. (APA/AP)

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