Nachteile der digitalen Bewerbung

16. November 2001, 11:29
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E-mails, Formulare und Homepages beinhalten Problematiken, die dem Bewerber schaden

Hinter dem Begriff "Online-Bewerbung" verstecken sich die unterschiedlichsten digitalen Bewerbungswege. Neben der Möglichkeit, die eigenen Unterlagen an eine angegebene e-mail-Adresse zu schicken, steht auch das Bewerbungsformular oder die eigene Bewerbungs-Homepage.

Abseits der nicht zu leugnenden Vorteile der digitalen Varianten, dem Pesonalisten seine Daten zukommen zu lassen, stehen jedoch leider immer noch Probematiken, die dem Bewerber schaden. Ein Hauptgrund ist darin zu sehen, dass noch nicht alle Mitarbeiter in Personalabteilungen perfekt mit den neuen Medien umgehen können und die klassischen Abläufe, Unterlagen zu bearbeiten, Abweichungen kaum zulassen.

Bewerbung-mail

Die persönlichen Unterlagen in ein mail zu verpacken und digital zu verschicken, kommt der klassischen Bewerbungsmappe sehr nahe. Der Job-Interessierte muss die Bewerbung nach den vorgegebenen Regeln aufbauen, muss ein Anschreiben, einen Lebenslauf und die Anlagen formulieren und zusammenstellen und hat so die Möglichkeit, den Unterlagen auch seine individuelle Note zu geben.

Probleme treten dann mit den Attachments auf. Eingescannte Zeugnisse und Bestätigungen werden an das e-mail angehängt und mitversandt. Nur öffnen lassen sie sich nicht immer. Als Grundregel gilt daher, ominöse Dateiformate zu vermeiden und ausschließlich gängige Microsoft-Office-Formate zu verwenden. Denn wenn sich ein Attachment nicht binnen einer vertretbaren Zeit öffnen lässt, verliert der Personalist das Interesse daran oder belegt den Kandidaten mit dem Groll, den er bei den langwierigen Versuchen, sein e-mail ordentlich zu bearbeiten, verspürt hatte.

Bewerbungsformulare

Das Bewerbungsformular ist für das Unternehmen, das neue Mitarbeiter sucht, die praktischste Variante der Suche und Auswahl von Kandidaten. Die Auswahlkriterien sind vorgegeben und der Bewerber trägt seine Daten auch noch persönlich in die Liste ein.

Die Nachteile liegen auf der Bewerberseite: Wer einen Lebenslauf mit vielen Umwegen und Lücken hat, fährt schlecht mit einem Formular, das keinen Platz für Erklärungen und Zusatzinformationen bietet. Unter Umständen wird sein Profil gleich automatisch aussortiert und im digitalen Nirvana versenkt.

Die Bewerbungs-Homepage

Eine eigene Homepage zu gestalten, auf der Personalisten alles Wissenswerte über den Kandidaten - von der Ausbildung bis zu den letzten Anstellungsverhältnissen - finden, ist eine deutliche Qualitätsaussage des Bewerbers über seine Kenntnisse. Außerdem hat der Job-Interessierte die Möglichkeit, den Blick auf Arbeitsproben zu lenken, für die in einer klassischen Mappe gar kein Platz wäre.

Nachteil ist, dass die standardisierten Abläufe einer klassischen Personalabteilung der Kreativität enge Grenzen setzen. Die Präsentationen lassen sich in den üblichen Prozessen nur schwer bis gar nicht verarbeiten. (red)

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