Petrovic: Verbreiterung der Klubführung ist keine Entmachtung

2. November 2001, 11:30
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Öllinger wird stellvertretender Klubobmann - Vorbereitung auf Wahlen

Wien - Die Grünen verbreitern ihre Führung. Sozialsprecher Karl Öllinger wird neben Madeleine Petrovic zweiter Stellvertreter von Klubobmann Alexander van der Bellen im Parlamentsklub. Petrovic sieht darin keine Entmachtung ihrer Person. "Im Gegenteil, damit wird die Arbeitsfähigkeit gesichert. Das Klima im Klub ist sehr gut", sagte Petrovic am Freitag.

Öllinger soll in der nächsten Klubsitzung am 20. November gewählt werden, "wenn sich eine Mehrheit findet, aber daran zweifle ich nicht", betonte Petrovic. Eine thematische Aufteilung der Arbeit mit ihrem neuen Stellvertreterkollegen werde es eher nicht geben. "Wir kommen beide aus dem Sozialbereich und sind beide ziemliche Generalisten", sagte Petrovic.

Zur Entlastung von Parteichef Van der Bellen werde Öllinger sich mehr um das parlamentarische Geschehen kümmern und sie selbst werde mehr außerparlamentarische Termine, wie Diskussionsveranstaltungen, wahrnehmen. Bisher sei es häufig so gewesen, dass niemand anwesend gewesen sei, weil auch sie als Vertreterin Van der Bellens bei Terminen außer Haus war, erläuterte Petrovic. Das werde mit Öllinger nun anders.

Vorbereitung auf Nationalratswahl

Die Verbreiterung der Klubführung hänge auch damit zusammen, dass sich die Grünen "schön langsam" auf die nächsten Nationalratswahlen vorbereiten. Petrovic geht aber davon aus, dass die Regierung "noch kein gesteigertes Interesse" an einer Vorverlegung der für Herbst 2003 geplanten Wahl hat. "Man kann es aber auch nicht ausschließen". Nicht nur in der Frage des AKW Temelin sondern auch in etlichen sozialen Fragen gebe es zwischen den Koalitionsparteien "gröbere Differenzen". Es sei jedenfalls nötig, sich auf die Wahlen vorzubereiten, um nicht "am falschen Fuß" erwischt zu werden, meinte Petrovic.

Die Grünen haben am vergangenen Dienstag und Mittwoch in Rust am Neusiedler See eine "Arbeitsklausur" abgehalten. Dabei habe man sich darauf verständigt, "stärker projektorientiert zu arbeiten", berichtete Petrovic. (APA)

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