DeCSS-Code darf veröffentlicht werden

5. November 2001, 08:07
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US-Gericht entschied: Recht auf Meinungsäußerung gilt auch bei DVD-Hackertool – Digital Millennium Act gilt nicht

Der langwierige Streit rund um das Hackertool DeCSS, ein Windows-Programm das den DVD-Kopierschutz (Content Scrambling System, CSS) umgeht und Daten auf die Festplatte schreiben lässt, scheint eine neue Wendung zu erfahren. Ein kalifornisches Gericht entschied, dass der Code von DeCSS veröffentlicht werden darf. Das Gericht wertete DeCSS als Sprache, die dem Recht auf freie Meinungsäußerung unterliegt und damit der Urheberschutz des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) nicht gilt.

DVDs unter Linux oder nicht?

Zwar wird die Entscheidung noch nicht als das definitive Ende des seit dem Jahr 2000 bestehenden Rechtsstreits gewertet, aber als Sieg für die Open Source-Gemeinde gegen die Filmindustrie. DeCSS war ursprünglich von einem 15-jährigen Norweger entwickelt worden, der DVDs unter Linux ansehen wollte dafür aber erst den Kopierschutz knacken musste.

Verbotene Linksetzung?

Ein zweiter Fall der in Zusammenhang mit DeCSS steht, ist dagegen noch in vollem Gange. Im August 2000 war Eric Corley von 2600.com dazu verurteilt worden Download-Links die zu dem DeCSS-Code führten, zu entfernen. Die letzte Entscheidung in diesem Prozess besagt, dass weder der Code noch ein Link zu dem Code von DeCSS im Internet veröffentlicht werden darf. (red)

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