Nordallianz: Pakistanischer Geheimdienst unterstützt Taliban weiter

1. November 2001, 22:36
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Taliban verweigern Zugang zu inhaftierten Entwicklungshelfern

Jabal Saraj/Kabul - Der pakistanische Geheimdienst (ISI) unterstützt nach Angaben der afghanischen Opposition auch weiterhin die Taliban-Miliz. Es gebe "viele Geheimdienstagenten", die sich der Sache der Taliban und des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden "vollkommen verschrieben" hätten, sagte der "Außenminister" der oppositionellen Nordallianz, Abdullah Abdullah in Jabal Seraj. Abdullah machte jedoch keine näheren Angaben dazu, wie der ISI die Taliban derzeit unterstützt. Der pakistanische Geheimdienst hatte maßgeblich zum Aufstieg der Taliban beigetragen.

Er bezeichnete die jüngste Entlassung von Geheimdienstchef Mahmud Ahmed durch den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf jedoch als "unwirksam". Achmed soll enge Beziehungen zu den Taliban unterhalten haben. Musharraf hatte am 8. Oktober, einen Tag nach Beginn der US-Militäroperationen in Afghanistan, Generalleutnant Ehsanul Haq an die Spitze des ISI berufen.

Zugang zu inhaftierten Entwicklungshelfern verweigert

Das Taliban-Regime hat am Donnerstag nach US-Angaben den Zugang zu acht inhaftierten ausländischen Entwicklungshelfern verweigert. Der pakistanische Anwalt, der die acht Ausländer vertritt, habe vergangene Woche einen Kollegen nach Kabul geschickt, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, in Washington. Der Anwalt habe die Inhaftierten nicht besuchen dürfen. Die zuständigen Behörden hätten lediglich mitgeteilt, die Gefangenen seien in Sicherheit. Den Entwicklungshelfern - zwei US-Bürger, zwei Australier und vier Deutsche - wird verbotene Missionstätigkeit vorgeworfen.

Der Anwalt, Atif Ali Khan, und das US-Konsulat in Pakistan versuchten den Inhaftierten ein Care-Paket und einige Briefe zukommen zu lassen, sagte Boucher. Die acht Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now, sowie 16 afghanische Mitarbeiter der Organisation, werden seit über zwei Monaten festgehalten. Christliche Missionstätigkeit kann nach islamischen Recht mit der Todesstrafe geahndet werden. (APA/Reuters)

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