Arafat findet Bin Ladens Aufruf "sehr gefährlich"

1. November 2001, 20:13
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Blair: Musharraf "sehr deutlich unterstützen"

Gaza - Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat den Aufruf des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden an die pakistanischen Moslems zum gemeinsamen Kampf gegen die USA als "sehr gefährlich" bezeichnet. Die islamischen Länder könnten eine derart gefährliche Aussage nicht akzeptieren, sagte er am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Tony Blair.

Blair betonte, es gelte die Unterstützung für Pakistans Präsidenten Musharraf "in dieser Stunde sehr deutlich zu unterstreichen". Jeder müsse sich im Klaren darüber sein, dass Bin Laden überall in der arabischen und islamischen Welt politische Systeme nach dem Vorbild des Taliban-Regimes errichten wolle. Den Menschen müssten die Augen über "Armut, die schrecklichen Lebensumstände und die Unterdrückung der Frauen" in Afghanistan geöffnet werden, forderte Blair.

Blair rief zum Abschluss seiner Reise durch den Nahen Osten Israel und Palästinenser zum Ende von Gewalt und Blutvergießen auf. Ruhe sei zur Fortsetzung der Friedensverhandlungen notwendig, sagte Blair am Donnerstag in Jerusalem nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Ariel Sharon.

Blair forderte Israel nach seinem Treffen mit Sharon zum Rückzug aus den autonomen Palästinensergebieten auf und appellierte zugleich an Arafat, die Verantwortlichen für Terror festzunehmen. Alle Aktionen müssten angemessen sein und im Einklang mit internationalem Recht stehen. Blair meinte, Voraussetzung für den Frieden sei, dass die ganze Welt einschließlich der arabischen Länder die Existenz Israels und dessen Wunsch nach Sicherheit anerkenne. Andererseits sollten die Palästinenser ihren eigenen Staat bekommen und in Frieden und Wohlstand an der Seite Israel leben können. (APA/dpa)

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