Bin Laden: "Kreuzzug gegen den Islam" muss ein Ende haben

1. November 2001, 19:24
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Schriftliche Erklärung an TV-Sender: Pakistanis zum Kampf gegen USA aufgefordert

Doha/Washington - Der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden hat die pakistanischen Moslems zum gemeinsamen Kampf gegen die USA aufgerufen. Der "Kreuzzug gegen den Islam" müsse beendet werden, forderte Bin Laden nach Angaben des Fernsehsenders El Jazeera am Donnerstag in einer schriftlichen Erklärung. Rund tausend pakistanische Islamisten stürmten unterdessen über die Grenze zu Afghanistan, um mit den Taliban in den "Heiligen Krieg" zu ziehen. Die USA wollen mehr Soldaten als bisher zum Einsatz nach Afghanistan selbst schicken.

Bin Laden kritisierte, durch die US-Luftangriffe würden afghanische Moslems getötet, während Pakistan sich unter das "Banner des Kreuzes" eingereiht habe. Wie El Jazeera berichtete, unterzeichnete der mutmaßliche Terroristenführer das Schreiben persönlich. Es war das zweite Mal seit den Terroranschlägen vom 11. September, dass sich Bin Laden an die Öffentlichkeit wandte. Zuletzt hatte der Sender unmittelbar nach Beginn der US-Angriffe am 7. Oktober eine Video-Ansprache des Islamisten ausgestrahlt. Rund eintausend radikal-islamische Pakistanis überquerten nach Augenzeugenberichten am Donnerstag mit etwa 50 Fahrzeugen im Nordwesten des Landes die Grenze. In Afghanistan seien sie von Taliban-Milizionären in Empfang genommen worden. Die Kämpfer hatten bereits seit Tagen an der Grenze gewartet.

Kampfbomber vom Typ B-52 bombardierten am Donnerstag zum dritten Mal Stellungen der Taliban im Nordosten des Landes. Ein Sprecher der Nordallianz sagte, seine Truppen seien dennoch nicht bereit, auf Kabul vorzurücken. Er kritisierte die US-Angriffe als zu wenig zielgerichtet. Unterdessen mehrten sich die Berichte über zivile Opfer. (APA/Reuters/dpa)

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