Kirgisien für Rücknahme der US-Militäraktion während des Ramadan

1. November 2001, 18:35
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Ferrero-Waldner auf Zentralasien-Tour

Bischkek/Wien - Für eine Abschwächung der US-Militäraktion gegen Afghanistan während des islamischen Fastenmonats Ramadan hat sich am Donnerstag der kirgisische Staatspräsident Askar Akajew bei einem Besuch von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner in Bischkek ausgesprochen. Die Angriffe gegen die Taliban seien nach Ansicht von Akajew "sehr wichtig" und eine "Chance für die gesamte Region", sagte Ferrero-Waldners Pressesprecher Johannes Peterlik.

In der Zeit nach den Taliban soll Akajew zufolge die UNO eine tragende Rolle spielen, eine mögliche Blauhelm-Schutztruppe solle ausschließlich von moslemischen Ländern beschickt werden. In die Übergangsregierung seien auch Exilafghanen aufzunehmen.

Kirgisien - Ferreros erste Station

Kirgisien ist die erste Station einer viertägigen Reise der Außenministerin durch Zentralasien. Die Außenministerin will nach Worten ihres Sprechers vor allem eine Einschätzung der Lage durch Politiker in der Region gewinnen. Ferrero-Waldner zeigte sich nach dem Gespräch mit Akajew besorgt über die humanitäre Situation in den an Afghanistan angrenzenden Ländern angesichts des herannahenden Winters. "Wir müssen jetzt humanitäre Hilfe leisten, damit dann nicht Asylbewerber vor unseren Türen stehen", teilte ihr Pressesprecher mit.

Ferrero-Waldner brachte gegenüber Akajew auch das "Drängen Österreichs für einen Kampf gegen den Drogenhandel" vor. Zu diesem Zweck werde am 14. Dezember in Bischkek eine internationale Konferenz unter Schirmherrschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zur Bekämpfung des Drogenhandels und des Terrorismus stattfinden.

Weiterfahrt nach Turkmenien

Nach der Übergabe eines österreichischen Beitrags zur Errichtung einer SOS-Kinderdorfschule reiste Ferrero-Waldner am Donnerstagnachmittag nach Turkmenien weiter, wo sie mit Außenminister Raschid Meredow zusammentraf. Dieser betonte die "neutrale" Rolle seines Staates im Afghanistan-Konflikt, dem es um die Freundschaft zwischen den Völkern in der Region gehe.

Am Freitag reist die Außenministerin in die usbekische Hauptstadt Taschkent, wo sie mit Präsident Islam Karimow zusammentrifft. Am Samstag hält sie sich in Tadschikistan auf, wo sie mit Staatspräsident Emomali Rachmonow und dem Außenminister der international anerkannten afghanischen Regierung, Abdullah Abdullah, sprechen wird. (APA)

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