60 Menschen bei US-Angriff auf afghanisches Dorf getötet

1. November 2001, 18:04
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Journalisten können Bericht bestätigen - 20 Dorfbewohner überlebten

Shokar Karais - Bei einem US-Angriff auf ein afghanisches Dorf sind nach Augenzeugenberichten mindestens 60 Menschen getötet worden. Rund 20 Bewohner von Shokar Karais 60 Kilometer nördlich der Taliban-Hochburg Kandahar hätten das Bombardement überlebt, berichteten Bewohner des Ortes am Donnerstag vor ausländischen Journalisten. Zudem seien bis zu vier Nomaden getötet worden, die ihre Zelte nahe dem Dorf aufgeschlagen hatten. Den Dorfbewohnern zufolge flogen US-Kampfflugzeuge am 19. und 20. Oktober mehrere Angriffe auf die Ansiedlung.

"Ich verstehe nicht, warum wir angegriffen wurden", sagte ein Dorfbewohner. "Hier gab es keine Taliban". Ein von der Miliz gemeinsam mit anderen Journalisten in das Dorf geführter Reporter berichtete, alle Häuser seien zerstört. Die umliegenden Felder seien von großen Bombentrichtern durchlöchert. Durch die seit gut drei Wochen andauernden Angriffe der US-Luftwaffe auf Ziele in Afghanistan wurden nach Taliban-Angaben bisher rund 1500 Zivilisten getötet. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gibt es nicht. (APA)

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