UNO-Afghanistanbeauftragter: Wenig Interesse an Gespräch mit Taliban

1. November 2001, 16:12
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Taliban-Anführer Omar gegen solche Gespräche

Islamabad - Das Interesse an Verhandlungen mit den Taliban ist nach den Worten des UNO-Sonderbeauftragten für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, derzeit gering. "Ich denke, in diesem kritischen Augenblick gibt es kein großes politisches Interesse an Gesprächen mit Taliban-Vertretern", sagte Brahimi am Donnerstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Die Vereinten Nationen hätten über viele Jahre hinweg mit den Taliban gesprochen "und wir werden in der Zukunft sehen, ob das von irgendeinem Nutzen ist und ob sie bereit sind, uns zuzuhören", sagte Brahimi, der am Freitag in Iran erwartet wird.

Taliban-Anführer Mohammed Omar hatte zuvor seinem Botschafter in Pakistan verboten, sich mit dem UNO-Sonderbeauftragten zu treffen und den Vereinten Nationen vorgeworfen, sie handelten als Werkzeug der USA. Dazu sagte Brahimi: "Jeder weiß, was die UNO für und in Afghanistan getan haben, und jeder weiß, dass die Vereinigten Staaten ein wichtiges und einflussreiches Mitglied der Organisation sind."

Den Vorwurf, die UNO würde sich nicht schnell genug um eine politische Lösung in Afghanistan bemühen, wies Brahimi zurück. Er räumte ein, dass es in der Vergangenheit an politischem Willen für ein stärkeres Engagement und einen Wiederaufbau in Afghanistan gemangelt habe. Die Weltgemeinschaft habe aber aus der Vergangenheit gelernt und würde diese Fehler nicht wiederholen. Die Geberländer stünden für einen umfangreichen Beitrag für Frieden und Wiederaufbau in Afghanistan bereit, sobald die militärische Kampagne beendet sei. (APA/dpa)

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