Djindjic: Kosovo-Status darf nicht geändert wird

1. November 2001, 13:49
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Belgrad fordert drei Garantien für Teilnahme der Serben an Kosovo-Wahl

Belgrad - Der Status des Kosovo dürfe nach den Wahlen nicht geändert werden und die neuen Institutionen dürften keine einseitigen Entscheidungen diesbezüglich treffen oder ein Unabhängigkeits-Referendum ausschreiben. Diese Bedingung nannte der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic, damit die Serben an den für 17. November angesetzten Wahlen im Kosovo teilnehmen. Belgrad verlange von der UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK) praktisch nur die Erfüllung der UNO-Resolution 1244 (substanzielle Autonomie für das Kosovo unter Beibehaltung der jugoslawischen Souveränität), wurde Djindjic am Donnerstag von Belgrader Medien zitiert.

Zudem fordere Belgrad, dass in jenen Gebieten, in denen Serben leben, diese eigene Institutionen und Organe insbesondere in den Bereichen Polizei, Justiz und Bildung bilden können. Und als dritte Garantie verlange man, dass die Verbindungen zu Serbien nicht abbrechen und jene Kosovo-Bürger, die dies wünschten, auch Kontakte mit der serbischen Regierung und anderen Belgrader Institutionen pflegen könnten. Djindjic bekräftigte, dass "dies normale Garantien sind, die in der UNO-Resolution 1244 enthalten sind und die in der vergangenen Periode nicht erfüllt wurden".

Wahlen als Etappe

Der serbische Premier erklärte auch, dass sich der Standpunkt von wichtigen Regierungen in anderen Ländern von jenem der UNMIK unterscheiden würde. In der Welt würde nämlich sehr wohl die Meinung herrschen, dass die Serben im Kosovo gefährdet sind, sagte Djindjic.

Djindjic erklärte auch, dass die Teilnahme oder Nicht-Teilnahme der Serben an den November-Wahlen das Problem in der südserbischen Provinz nicht lösen werde. "Die Wahlen im Kosovo sind nur eine Etappe im schweren Weg der Rückkehr Serbiens nach Kosovo und Metohija", betonte der serbische Premier und fügte hinzu, dass weder eine Partizipation noch ein Wahlboykott der Serben Entscheidendes ändern würde. Die Belgrader Regierung werde in den nächsten Tagen entscheiden, ob die Serben zum Urnengang bewegt werden sollen oder ob ihnen davon abgeraten wird. (APA)

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