Mubarak rief EU und USA zu größerem Engagement in Nahost auf

1. November 2001, 13:00
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Kritik an Sharon

Madrid/Kairo - Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat die Europäische Union und die USA aufgefordert, sich stärker für eine Friedenslösung im Nahen Osten zu engagieren. "Sie müssen größeren Druck ausüben, um Israel zu Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen zu bewegen", sagte er der spanischen Tageszeitung "El Pais" in einem Interview. "Was die israelische Regierung mit den Palästinensern macht, trägt dazu bei, eine neue Generation von Terroristen hervorzubringen, die nur sehr schwer im Zaum zu halten sein wird."

Heftige Kritik übte Mubarak an dem israelischen Regierungschef Ariel Sharon. "Seit er an die Macht gekommen ist, fördert er überall nur Zerstörung, Blutvergießen, Massaker und Gewalt." Mubarak wurde am Donnerstag in Spanien erwartet, wo er unter anderem auf Mallorca an einem Treffen von Politikern aus den Mittelmeer-Anrainerstaaten teilnehmen wird.

Vor Treffen Peres-Arafat

Am Rande des so genannten Formentor-Forums wollen möglicherweise auch der israelische Außenminister Shimon Peres und Palästinenserpräsident Yasser Arafat zusammenkommen. Ob Mubarak dabei eine Vermittlerrolle übernehmen würde, war zunächst unklar.

Vor dem Abstecher nach Mallorca steht für Mubarak ein Gespräch mit dem spanischen Regierungschef Jose Maria Aznar in Madrid auf dem Programm. Dabei soll es unter anderem um ein gemeinsames Gas-Projekt beider Staaten gehen. Auch König Juan Carlos wird den ägyptischen Präsidenten empfangen. (APA/dpa)

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