Jugoslawischer Außenminister Svilanovic besucht Slowenien

1. November 2001, 12:47
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Eröffnung der Botschaft in Laibach - Konflikt um Flugverbindung zwischen den Staaten - Gute Wirtschaftsbeziehungen

Laibach - Mehr als zehn Jahre nach der Abspaltung Sloweniens von Jugoslawien eröffnet der jugoslawische Außenminister Goran Svilanovic am Freitag in Laibach feierlich die Botschaft seines Landes. Bereits Anfang nächsten Jahres könnte auch der jugoslawische Staatspräsident Vojislav Kostunica Slowenien besuchen, vermutet der jugoslawische Botschafter in Slowenien, Ivo Viskovic gegenüber der slowenischen Nachrichtenagentur STA. Während der Handel zwischen den Staaten heuer im zweistelligen Bereich wächst, bleibt die Wiederaufnahme der Flugverbindung zwischen Laibach und Belgrad ein ungelöstes Problem.

Svilanovic wird in Laibach mit seinem Amtskollegen Dimitrij Rupel, Staatspräsident Milan Kucan, Ministerpräsident Janez Drnovsek sowie Parlamentspräsident Borut Pahor zusammen treffen und drei zwischenstaatliche Abkommen unterzeichnen. Erst nach dem Sturz des Milosevic-Regimes im vergangenen Dezember nahmen Belgrad und Laibach diplomatische Beziehungen auf. Seitdem haben sich die Außenminister beider Länder bereits fünf Mal getroffen. Im September eröffnete Slowenien seine Botschaft in Belgrad.

Beziehungen vertieft

Die Beziehungen zwischen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik und Belgrad haben sich in letzter Zeit "auf allen Gebieten" vertieft, teilte das slowenische Außenministerium mit. Besonders schnell wachse der Handel zwischen den beiden Staaten, wobei Slowenien fünf Mal mehr Güter nach Jugoslawien exportiere als es importiere. In den ersten acht Monaten dieses Jahres sei der Import aus Jugoslawien um 22 Prozent, der Export um 55 Prozent gewachsen. Bei diesem Anstieg handle es sich laut Viskovic um eine "Rückkehr der slowenischen Wirtschaft auf den serbischen Markt, der sich jetzt in der Rezession befindet".

Ein ungelöstes Problem in den Beziehungen zwischen den beiden Staaten ist die Wiederaufnahme der einst stark frequentierten Flugverbindung zwischen Belgrad und Laibach. Diese scheitert an der Forderung der jugoslawischen Fluggesellschaft JAT, die Linie mit eigenen Maschinen fliegen zu wollen, was die slowenische Adria Airways nicht akzeptiert. JAT führt allerdings das Prinzip der "Reziprozität" im Luftverkehr zwischen Staaten ins Treffen, da die slowenische Fluglinie seit 1999 bereits von Laibach nach Pristina im Kosovo, das formell zu Jugoslawien gehört, fliegt.

Beide Linien könne Slowenien nach den Vorschriften der internationalen Luftfahrt nicht "besitzen". Tatsächlich ist die, wie von jugoslawischer Seite behauptet wird, "finanziell sehr lukrative" Kosovo-Flugverbindung aber wegen eines Abkommens mit der KFOR zustande gekommen. Jugoslawische Maschinen ist es gar nicht erlaubt, den Flughafen von Pristina zu benützen. Die für Freitag geplante Unterzeichnung eines Flugverkehrsabkommens zwischen Jugoslawien und Slowenien musste daher abgesagt werden. (APA)

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