"Es war an der Zeit"

2. November 2001, 11:34
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Michaela Pfeifenberger ist Österreichs erste Polizeidirektorin

Schwechat - Michaela Pfeifenberger, Österreichs erste - und gleichzeitig jüngste - Polizeidirektorin, ist seit Donnerstag in Schwechat im Amt. Sie habe eine "Riesenfreude" und sei "stolz, dass ich mit meiner Entscheidung zur Bewerbung richtig gelegen bin". Es sei "an der Zeit gewesen", dass es endlich auch eine Frau als Polizeidirektor in Österreich gebe. "Dass ich nun die Erste bin, ist schön für mich, war aber nicht das Ziel."

Für ihre Bestellung gebe es Bewunderung, aber auch "gewisse Skepsis, ob ich mit meinem Alter schon so einen Chefsessel besetzen kann", betonte die 29-Jährige. Sie habe keineswegs vor, in Schwechat "alles umzukrempeln". Ihr Ziel sei es, auf die Erfahrungen der langjährigen MitarbeiterInnen zu setzen und sich auf aktuelle Entwicklungen einzustellen. Sie arbeite gern im Team, sei sich aber bewusst, "dass letztlich ich die Verantwortung trage", so Pfeifenberger.

Michaela Pfeifenberger beschreibt sich als "konsequent, durchaus ehrgeizig, diplomatisch und entscheidungsfreudig". Reformen stehe sie "immer positiv gegenüber". Die Polizeidirektion Schwechat sei "derzeit nicht in Frage gestellt" und "bleibt erhalten". Als "besondere Herausforderung" in ihrer neuen Funktion sieht die Polizeidirektorin den Flughafen Wien, der in ihren Behördenbereich fällt, und alle damit verbundenen Sicherheitsaufgaben.

In Schwechat sind etwa 270 Sicherheits- und 80 KriminalbeamtInnen, 40 MitarbeiterInnen in der Verwaltung sowie 50 Vertragsbedienstete für die Grenzkontrolle tätig. Derzeit kommen an die 90 uniformierte und zivile BeamtInnen dazu, weil nach den Terroranschlägen in den USA die Sicherheitsstufe zwei für den Airport gilt.

Werdegang

Michaela Pfeifenberger wurde am 5. März 1972 in der Stadt Salzburg geboren. Aufgewachsen ist die Tochter einer Verkäuferin und eines Tischlermeisters im Lungau und im Flachgau. Ihr Jus-Studium hat sie in Salzburg absolviert. Thema der Dissertation: "Hausdurchsuchungen zum Zweck der Strafrechtspflege und der Gefahrenabwehr nach § 39 SPG".

Berufserfahrung hat Michaela Pfeifenberger ab März 1996 beim Land Salzburg gesammelt. Sie war zunächst im Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung tätig, dann im Gewerbe- und Baurechtsamt der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung und schließlich in der Präsidialabteilung des Landes.

Im April vergangenen Jahres ereilte die Juristin der "Ruf aus Wien". Im Kabinett von Innenminister Ernst Strasser (V) war die Juristin vorerst für die Bereiche Zivildienst, Asyl- und Fremdenrecht sowie Legistik zuständig, seit Oktober 2000 für die Generaldirektion für die Öffentliche Sicherheit. (APA)

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