Sun-Chef McNealy: Können mehrjährige Wirtschaftsturbulenzen verkraften

1. November 2001, 11:55
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"Wir verfügen über sechs Milliarden Dollar als Barvermögen und haben keine Schulden."

Der US-Computerhersteller Sun Microsystems kann nach Aussagen seines Chefs Scott McNealy eine mehrjährige Konjunkturschwäche überleben, wenngleich Krieg und Rezession eine unsichere Zukunft verheißen würden. "Wir verfügen über sechs Milliarden Dollar als Barvermögen und haben keine Schulden. Ich denke, wir sind in einer ziemlich guten Verfassung und können, wie sie wissen, ein zwei oder drei Jahre dauerndes wirtschaftliches Unwetter verkraften", sagte McNealy in einem Reuters-Interview. Bereits vor den Anschlägen vom 11. September in den USA habe Sun mit einer Rezession zu kämpfen gehabt, die sich auch in Zukunft weiter bemerkbar machen werde, sagte McNealy.

Sun baut rund neun Prozent seiner Belegschaft ab

Der Computerkonzern hatte in den zurückliegenden zwei Quartalen Verluste ausgewiesen, nachdem das Wachstum der Internet- und Dot-Com-Branche dem Unternehmen zehn Jahre lang Gewinne beschert hatte. Sun baut derzeit rund neun Prozent seiner Belegschaft ab.

Krieg keine Hilfe für die Wirtschaft

Nach Einschätzung von McNealy werden die privaten Ausgaben und das Verbrauchervertrauen in den USA noch weiter sinken, wenn erst die entlassenen Arbeiter ihre Abfindungen ausgegeben haben. Der Krieg in Afghanistan sei außerdem keine Hilfe für die Wirtschaft. Stattdessen könne der Staat über niedrigere Zinsen und eine bundesweite Energiepolitik die Konjunktur ankurbeln, sagte Mc Nealy. Der Sun-Chef hatte in der Vergangenheit mehrfach den Chef der US-Notenbank Alan Greenspan kritisiert, er habe nicht schnell genug die Leitzinsen gesenkt.

Neutral bis positiv

Zur aktuellen Geschäftssituation bei Sun wollte sich McNealy in dem Interview nicht äußern. Er wies lediglich darauf hin, dass der Cash-Flow in den letzten beiden Quartalen trotz der ausgewiesenen Verluste neutral bis positiv gewesen sei. Am Mittwoch hatte Finanz-Vizepräsident Steve McGowan angekündigt, im aktuellen Quartal werde die Zahl der Aufträge im Vergleich zum Vorquartal steigen. Daraufhin legte die Sun-Aktie an der Nasdaq kräftig zu. Zu den Aussagen von McGowan sagte der Sun-Chef, diese Einschätzung sei lediglich auf der Basis eines Monats entstanden. 80 Prozent des Quartalsgeschäfts werden nach seinen Worten üblicherweise in den letzten beiden Monaten erwirtschaftet.

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