Toshiba-Präsident: Fusion der Handy-Sparte mit Siemens möglich

1. November 2001, 11:49
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"Erholung der IT-Branche wird frühestens in der ersten Jahreshälfte 2003 einsetzen"

Der Präsident des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba, Tadashi Okamura, hält eine Fusion der eigenen Mobiltelefon-Sparte mit der von Siemens für überlegenswert. "Aus Toshibas Blickwinkel wäre ein Zusammenlegen der Handy-Sparte mit Siemens möglich", sagte Okamura dem deutschen "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Konkrete Gespräche über eine solche Option gebe es allerdings nicht. Der Toshiba-Chef zeichnete in dem redaktionell bearbeiteten Gespräch jedoch ein düsteres Bild zur Entwicklung in der IT-Branche: "Die Erholung wird frühestens in der ersten Jahreshälfte 2003 einsetzen", sagte Okamura. Andere große Firmen der Branche haben eine Erholung bereits für das Jahr 2002 vorhergesagt.

Breitbandkabel in allen Haushalten

Die Elektroniknachfrage werde erst wieder anziehen, wenn Breitbandkabel allen Haushalten zur Verfügung stünden, Fernsehen auch interaktiv möglich sei und die mobile Datenübertragung wirklich ein Massenerfolg sei, wurde der Toshiba-Chef weiter zitiert. Wichtig sei dafür jedoch, dass die aktuellen Sicherheitsprobleme im weltweiten Internet gelöst werden könnten.

Über die Zusammenarbeit mit dem Münchner Siemens-Konzern äußerte sich Okamura zufrieden. "Diese Forschungskooperation ist sehr wichtig", sagte er. Toshiba und Siemens hatten im vergangenen Jahr ein Gemeinschaftsunternehmen für die Entwicklung von Mobiltelefonen für den neuen internetfähigen UMTS-Standard gegründet. Auch die schwedische Ericsson und Sony haben auf diesem Gebiet eine Kooperation bekannt gegeben.

"Egal, wie toll das ist und wie fantastisch das auch strategisch wäre, das wird nicht stattfinden."

Mit welchem Unternehmen Toshiba seine schwer angeschlagene Speicherchip-Sparte verschmelzen wird, ließ Okamura in dem Interview indes noch offen. Als ein Kandidat gilt die Siemens-Tochter Infineon, neben der südkoreanischen Samsung. Der Toshiba-Chef deutete aber an, dass ein möglicher Partner sich an den Kosten für einen notwendigen Umbau der Sparte beteiligen müsse.

Infineon-Chef Ulrich Schumacher sagte der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) unterdessen, ein Geschäft mit dem japanischen Konzern dürfe Infineon finanziell nicht zu sehr belasten. "Bei allem, was wir machen, wird es nichts geben, was unsere Cash- und Liquiditätssituation verschlechtert", sagte er. "Egal, wie toll das ist und wie fantastisch das auch strategisch wäre, das wird nicht stattfinden."

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