Tausende nach Überschwemmungen in Honduras obdachlos

1. November 2001, 16:22
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Drei Jahre nach Katastrophen-Hurrikan "Mitch"

Tegucigalpa - Genau drei Jahre nach dem verheerenden Hurrikan "Mitch" ist der Norden von Honduras abermals von schweren Überschwemmungen heimgesucht worden. Wie die honduranische Katastrophenschutz-Kommission COPECO mitteilte, wurden bis Mittwochabend (Ortszeit) vier Tote gezählt, sieben weitere Menschen wurden noch vermisst. 4.070 Bewohner der Region wurden vor den Fluten in Sicherheit gebracht, gut 20.000 Menschen waren den Angaben zufolge vom Hochwasser betroffen.

Ursache der Überschwemmungen war ein tropisches Tiefdruckgebiet, das sich am Mittwoch in den Tropensturm "Michelle" verwandelte. Sein Zentrum lag am Abend 125 Kilometer nördlich des Kaps Gracias a Dios an der Grenze zwischen Honduras und Nicaragua. Er bewegte sich aber langsam von der Küste weg.

Reißende Ströme

Die intensiven Regenfälle hatten in den zum Katastrophengebiet erklärten fünf Nordprovinzen des mittelamerikanischen Landes Bäche zu reißenden Strömen anschwellen lassen, die Bäume und Lichtmassen mit sich rissen. In Städten wie La Lima benutzten die Einwohner Schlauchboote, um sich durch die überfluteten Straßen zu bewegen. Fünf Brücken wurden COPECO zufolge in der Nordregion zerstört und drei beschädigt. Viele kleinere Orte waren von der Außenwelt isoliert.

Auch aus dem Nordosten Nicaraguas wurden Überschwemmungen gemeldet. Zwölf Menschen wurden dort am Mittwoch vermisst. Die Hafenstadt Puerto Cabezas wurde vom Hinterland abgeschnitten und war nur noch auf dem Luftwege zu erreichen.

Die honduranische Regierung gedenkt in dieser Woche mit verschiedenen Veranstaltungen des dritten Jahrestages des Hurrikans "Mitch", der Ende Oktober 1998 Honduras und mehre Nachbarländer heimgesucht hatte. Damals waren allein in Honduras 5.657 Tote und 8.058 Vermisste registriert worden. (APA)

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