Bush sieht USA noch immer als Ziel von Angriffen

1. November 2001, 09:23
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Flugverbot auch in der Umgebung des Sears Towers in Chicago

Washington - US-Präsident George Bush hat Warnungen von US-Justizminister John Ashcroft vor weiteren Anschlägen bekräftigt. "Ich habe meine Gründe, warum ich das Land um erhöhte Aufmerksamkeit bitte", sagte Bush am Mittwoch vor Unternehmern in Washington. "Wir sind noch nie zuvor so angegriffen worden. Und wir sind noch immer Ziel von Angriffen", sagte Bush.

Zwar sollten die Menschen weiter ihren Geschäften nachgehen, doch lägen Informationen vor, die Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen rechtfertigten, betonte der Präsident. FBI-Chef Robert Mueller und US-Justizminister John Ashcroft hatten am Montag vor neuen Terroranschlägen auf US-Einrichtungen gewarnt. Daraufhin war Kritik laut geworden, mit solcherlei vagen Warnungen werde lediglich Panik in der US-Bevölkerung erzeugt.

Die Luftfahrtbehörde FAA hat unterdessen ein Flugverbot in der Umgebung des Sears Towers in Chicago verhängt. Danach dürfen kleine Maschinen nicht mehr in den Luftraum über der Innenstadt einfliegen. Die Flugverbotszone erstreckt sich etwa 2,7 Kilometer nach Norden, Osten und Süden um den 436 Meter hohen Sears Tower. Die Stadt Chicago hatte ein Flugverbot im Umkreis von fünf Kilometern um die Navy Pier vorgeschlagen hatte, um nicht nur die zahlreiche Wolkenkratzer, sondern auch zwei Baseballstadien vor möglichen Anschlägen zu schützen. Bürgermeister Richard Daley hatte beklagt, dass in Boston, New York und Washington nach den Terroranschlägen vom 11. September strengere Sicherheitsvorkehrungen für den Flugverkehr ergriffen worden seien, während diese in Chicago gelockert würden.

Nationalgarde bei weiteren Kernkraftwerken

Nach der neuerlichen Warnung vor Anschlägen in den USA hat die US-Nationalgarde weitere Truppen bei Kernkraftwerken des Landes stationiert. Der US-Energiekonzern Entergy Corp. am Mittwoch mit, die Truppen seien bei vier Kernkraftwerken in den Bundesstaaten Arkansas, Louisiana und New York stationiert worden. Es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschläge, aber glaubwürdige Informationen über Drohungen gegen Nukleareinrichtungen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Bereits zuvor war die Nationalgarde bei drei Kernkraftwerken des Unternehmens in den Bundesstaaten New York und Massachusetts stationiert worden. Entergy ist der drittgrößte Energiekonzern der USA. Die US-Regierung hatte am Montag das zweite Mal seit den Flugzeug-Anschlägen vom 11. September eine Warnung vor weiteren Anschlägen herausgegeben. Diese könnten sich gegen Ziele in den USA oder gegen US-Interessen im Ausland richten, sagte Justizminister John Ashcroft. (APA/AP)

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