Ashcroft: US-Ermittler verhafteten drei neue Verdächtige

2. November 2001, 11:30
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Araber sollen von Anschlägen gewusst haben

New York/Washington - Die US-Ermittler haben neue Verhaftungen im Zusammenhang mit den Anschlägen auf das WTC und das Pentagon bekannt gegeben: Laut US-Justizminister John Ashcroft sitzen drei arabischstämmige Männer aus Michigan in U-Haft. Sie sollen im Voraus Kenntnis über die am 11. September verübten Anschläge gehabt haben.

Bei den Verhafteten seien ein Diagramm eines Flughafens, falsche Einwanderungsbelege und ein gefälschtes US-Visum gefunden worden, berichtete die New York Times Donnerstag unter Berufung auf den Justizminister. Obwohl Ashcroft die Namen der Verdächtigen nicht nannte, soll es sich um Karim Kubriti, Ahmen Hannan und Yussef Hmimssa handeln. Beweise für eine direkte Beteiligung der drei an den Anschlägen lägen jedoch nicht vor.

Bereits am Mittwoch hat die US-Regierung ihre Liste terroristischer Organisationen um 46 auf insgesamt 74 Gruppen erweitert. Ashcroft erklärte, Mitgliedern und Unterstützern dieser Organisationen bleibe der Zutritt in die USA verwehrt. Zudem bestätigte er die Schaffung einer neuen Ermittlungseinheit, die dafür sorgen soll, dass Mitglieder, Vertreter und Sympathisanten von Terrorgruppen nicht mehr in die USA kommen. Alle bereits im Land aufhältigen verdächtigen Ausländer würden festgenommen und abgeschoben, so der Minister.

Der US-Geheimdienst CIA hat indes Berichte zurückgewiesen, wonach der mutmaßliche Terrorist Osama Bin Laden im Juli Kontakt zu einem CIA-Agenten hatte. "Das ist total absurd", so ein CIA-Mann. Nach Berichten der Pariser Tageszeitung Le Figaro ließ sich Bin Laden damals im Amerikanischen Krankenhaus in Dubai behandeln. Unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Krankenhausleitung schrieb der Figaro, Bin Laden habe während seines Krankenhausaufenthaltes einen CIA-Agenten getroffen.

Der Irak dagegen dementierte Donnerstag tschechische Regierungsberichte, wonach ein irakischer Geheimagent sich wenige Monate vor den Anschlägen in Prag mit dem mutmaßlichen Terroristen Mohammed Atta getroffen hat. Die Anschuldigung des Prager Innenministers Stanislav Gross sei unwahr, so das irakische Außenministerium. (chr/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.11.2001)

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