"Österreichische Lösung" gesucht

1. November 2001, 18:32
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Steuerungsholding aus Banken und Industriellen soll rotweißroten Einfluss nach Verkauf sichern

Wien - Die Ankündigung der Telecom Italia (TI), ihren Anteil von 29,8 Prozent an der Telekom Austria (TA) zu verkaufen, hat eine hektische Suche nach einer "österreichischen Lösung" für die TA ausgelöst. Dabei soll laut "Kurier" der TI-Anteil und der ÖIAG-Anteil (47,8 Prozent) in Bausch und Bogen an institutionelle Großanleger, vorwiegend amerikanische Fonds, verkauft werden. Das gesamte Paket dürfte mehr als 70 Mrd. S (5 Mrd. Euro) wert sein, eine Dimension, die die Fähigkeit heimischer Investoren weit übersteige. Die unternehmerischen Entscheidungen sollen allerdings weiterhin in Österreich fallen.

"Steuerungs-Holding"

Das Ei des Kolumbus könnte der Zeitung zufolge eine Art "Steuerungs-Holding" sein, die heimische Banken und Industrielle gründen, und die sich über diese Holding mit kleinen Anteilen an der TA beteiligen. Diese Holding würde etwa für die US-Fonds den Aufsichtsrat und den Vorstand der TA bestellen sowie die strategischen Entscheidungen treffen. Dem Vernehmen nach haben Großbanken (Bank Austria, RZB, Bawag) und Industrielle (Hans Peter Haselsteiner, Hannes Androsch) bereits mit Verhandlungen mit der ÖIAG über eine derartige Konstruktion begonnen.

Verhandlungen

Steht die österreichische Gruppe, soll diese mit potenziellen Investoren über den Kauf von TA-Anteilen verhandeln, so die Zeitung. Androsch hat dem Vernehmen nach bereits eine Interessenten-Gruppe (Providence Equity) für einen Einstieg hinter sich. Als zweite Variante wird eine völlige Übernahme der TA durch den amerikanisch-ungarischen Großinvestor und Fonds-Manager George Soros gehandelt. Soros soll über seinen Soros Private Equity-Fonds bereits konkret mit der Telecom Italia und mit der ÖIAG über die Übernahme des TA-Pakets verhandeln.

Bei beiden Varianten dürfte die TA, die seit einem Jahr an der Börse notiert, wieder von der Börse genommen werden, heißt es im "Kurier" weiter. Die Kleinaktionäre müssten von den neuen Eigentümern ein Übernahmeangebot erhalten. (APA)

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