Goldene Ehrenzeichen für Musiker und Komponisten

1. November 2001, 20:19
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Im Wiener Rathaus

Wien - Die vier Musiker und Komponisten Ivan Eröd, Paul Walter Fürst, Alfred Planyavsky und Erich Urbanner erhielten am Mittwoch im Wiener Rathaus aus den Händen des Wiener Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny (S) das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien. Als "meistgespielte lebende Komponisten Österreichs" hätten sie wesentlich dazu beigetragen, "das künstlerische und musikalische Vakuum des Nachkriegsösterreich mit kreativer, selbstbewusster, individueller und engagierter Musik zu füllen", hieß es heute, Mittwoch, in einer Aussendung der Rathauskorrespondenz.

Der Kulturstadtrat verwies in seiner Laudatio auf die vielfältige musikalische Tradition, in deren Fortsetzung die vier Ehrengäste stehen. "Es ist die Tradition der Wiener Klassik, die Tradition eines Johannes Brahms, es sind große Namen wie Arnold Schönberg, Alban Berg oder Anton Webern".

Eröd, 1936 in Budapest geboren, kam 1956 als 20-Jähriger nach Wien, wo er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst Klavier und Komposition studierte. Er schloss beide Fächer mit Auszeichnung ab. Seine Komponistenlaufbahn begann Eröd mit serieller Kompositionstechnik, bevor er sich der Tradition zuwandte. Sein Gesamtwerk umfasst an die 120 Kompositionen, darunter zwei Opern, Orchesterwerke, Kammermusik, Vokalwerke.

Fürst, geboren 1926 in Wien, studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Seine Musikerkarriere startete er als Solobratschist beim Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester und bei den Münchner Philharmonikern, bevor er zu den Wiener Philharmonikern wechselte, denen er 30 Jahre lang die Treue hielt. Fürst kann auf ein Gesamtwerk von 150 Kompositionen zurückblicken. Derzeit arbeitet er der Oper "Catalina Homer", die im April 2002 im Stadttheater Baden uraufgeführt wird. Fürst engagiert sich in verschiedenen Gremien und Organisationen für die Belange von Musikerinnen und Musikern. Er ist Präsident der AKM, Präsident der ÖSTIG (Schwestergesellschaft der AKM für Interpreten).

Planyavsky wurde 1924 in Wien geboren und besuchte das Konvikt der Wiener Sängerknaben. Er studierte Kontrabass und Sologesang an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Mit 50 erfüllte er sich einen lang gehegten Wunsch: Er gründete 1974 das Kontrabass-Archiv in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Mit der "Geschichte des Kontrabass" schrieb er 1984 ein Standardwerk. Alfred Planyavsky ist auch Schriftsteller, Journalist, Verfasser von zahlreichen Aufsätzen, Feuilletons und Beiträgen in Fachzeitschriften. Für den Rundfunk gestaltete er Features und Gedenksendungen.

Urbanner wurde 1936 in Innsbruck geboren. Er studierte in Wien an der Musikakademie Klavier, Komposition und Dirigieren. Wie Eröd begann er seriell, bevor er sich dem freien Spiel und der Improvisation zuwandte. Urbanner hat an die 120 Musikstücke geschrieben: zwei Opern, ein Requiem, ein Monodram, Konzerte, Orchesterwerke, Kammermusik, eine Messe und Lieder. In seiner Musik bricht der erklärte Raumschiff Enterprise-Fan in ferne Welten und ferne Galaxien auf. Sich auf Neues, Experimentelles einzulassen, ist ein wesentliches Charakteristikum Urbanners. (APA)

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