Festivals-"Zuspitzung" war erfolgreich

4. November 2001, 23:20
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Schöne Abschlussbilanz - "Lovely Rita": Wiener Filmpreis und 'lobende Erwähnung' der Kritiker

In einer angenehmen Situation befand sich Viennale-Direktor Hans Hurch am Mittwoch bei der Abschluss-Pressekonferenz der 39. Auflage des Wiener Filmfestivals; er konnte eine runde Erfolgsbilanz für 2001 ziehen.

Der markante Anstieg der Zuseher- wie der Auslastungszahlen sei insbesondere erfreulich, da er "auf eine Reihe großer Filme verzichtet habe, mit denen man leicht Zahlen hätte machen können", so Hurch. Denn es sei "nicht selbstverständlich, dass auch wenig bekannte Filme so gut besucht" wurden. Der Versuch, das "Programm weiter zuzuspitzen", sei geglückt.
Siehe auch: Besucher-Statistik im Detail

Auch die Preisträger wurden schon vor der abendlichen Überreichung im Rahmen der mit Ed Harris' Pollock-Malerbiographie garnierten Gala bekannt gegeben:

  • FIPRESCI-prämiert wird Laurent Cantets L'emploi du temps; eine lobende Erwähnung der internationalen Kritikervereinigung gilt Jessica Hausners am Freitag regulär in den Kinos startender Lovely Rita.
  • Der Wiener Filmpreis wird erstmals geteilt und geht an In the Mirror of Maya Deren von Martina Kudlácek und an Lovely Rita.
  • Träger des Preises der STANDARD-Leserjury ist Claude Lanzmanns Sobibor, 14 Octobre 1943, 16 Heures.
Für 2002 angekündigt wurde auch die Einrichtung eines "Großen Preises der Viennale" - vorraussichtlich unter dem Namen "Erich von Stroheim-Preis".
Siehe auch: Preise, Jurys, Jury-Begründungen im Detail

Illustriert wurde die weiterhin positive internationale Resonanz der Viennale durch die an die Anwesenden ausgegebene Auflistung der zahlreich angereisten Gäste:
RegisseurInnen und DarstellerInnen
wie auch
JournalistInnen und BranchenvertreterInnen.

Einziger großer Wermutstropfen: Praktisch zeitgleich zur Pressekonferenz wurde das Ausgleichsverfahren der City Cinemas Lichtspieltheater GmbH offiziell eröffnet, die unter anderem die von der Viennale genutzten wie hoch geschätzten Kinos Metro und Gartenbau betreibt (Mehr dazu hier). "Ich wüsste keine konkrete Alternative zu diesen Kinos", meinte Hurch über die im Raum stehenden Standortschließungen; eine Garantie, dass die Viennale auch im nächsten Jahr in den traditionellen Kinos stattfinden werde, "gibt es nicht".
(red)

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