BMW-Milliardenauftrag an Magna in Österreich

2. November 2001, 09:36
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Neuer Geländewagen X3 wird in Graz entwickelt und gebaut

München/Wien/Graz - In der Steiermark hält die Freude über den Zuschlag für ein neues Milliardenprojekt an. BMW wird den vor längerer Zeit angekündigten Geländewagen "X3" nun definitiv bei der Magna-Tochter Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik (SFT) in Graz produzieren. Die Kooperationsverträge über die Serienentwicklung und Fertigung des Fahrzeugs haben Vertreter von BMW und Magna am Mittwoch unterschrieben.

Der steirische Wirtschafts-und Finanzlandesrat Herbert Paierl sprach vom "größten ausländischen Auftrag, der jemals in der steirischen Wirtschaftsgeschichte an Land gezogen wurde." Der steirische Autocluster erfahre mit diesem Auftrag "eine enorme Aufwertung".

BMW wird in das neue Fahrzeug rund 500 Mio. Euro (6,88 Mrd. S) investieren, rund die Hälfte davon wird nach Graz fließen. Für die Fertigung wird SFT eine neue, 36.000 Quadratmeter große Montagehalle errichten; für Lackiererei und Rohbau müssen die bestehenden Anlagen angepasst werden. Rund 400 Ingenieure sollen das Fahrzeug zur Serienreife bringen. Diese müssten zumindest teilweise neu eingestellt werden, hieß es.


Zusätzliche Jobs

Der "X3" gehört zur Familie der so genannten "Sports Utility Vehicle" und ist gegenüber herkömmlichen Limousinen höher gestellt sowie Allrad getrieben. Der größere Bruder des "X3", der BMW "X5", ist bereits am Markt.

Für die Produktion des neuen Fahrzeugs werden rund 2500 Mitarbeiter benötigt, wovon etwa die Hälfte neu aufgenommen werden muss. Mit der Serienproduktion will man 2004 starten. Geplante Produktionszahlen wurden vorerst keine bekannt gegeben. Als Maximalkapazität der Anlagen in Graz-Thondorf wurden 300 Fahrzeugen pro Tag genannt. Die tatsächliche Produktion soll "flexibel auf die Nachfrage ausgerichtet" werden, hieß es. In früheren Medienberichten war von einer jährlichen Produktion zwischen 60.000 und 80.000 Stück die Rede.

SFT und BMW haben bereits seit längerem miteinander verhandelt. Im September hatte BMW-Vorstand Norbert Reithofer gesagt, die Produktion des "X3" in Graz sei "in trockenen Tüchern".

"Die Kooperation mit SFT steigert die Schnelligkeit sowie die Flexibilität unseres Unternehmens und ist ein weiterer Meilenstein in der konsequenten Umsetzung unserer Produktoffensive", sagte BMW-Chef Joachim Milberg. Die BMW-Aktien gaben am Donnerstag leicht nach. (APA, Reuters)

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