Handy-Markt in Deutschland drastisch eingebrochen

5. November 2001, 13:27
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Branche hofft auf Erholung im nächsten Jahr

Der Markt für Mobiltelefone in Deutschland ist in diesem Jahr offenbar drastisch eingebrochen. Der Telekomausrüster Motorola rechne für den deutschen Markt nur mit 18 Millionen verkauften Handys, berichtet die "Financial Times Deutschland". Im vergangenen Jahr seien auf dem wichtigsten Mobilfunkmarkt Europas noch 30 Millionen Telefone gekauft worden.

"Im nächsten Jahr erholt sich der Markt wieder leicht"

"Im nächsten Jahr erholt sich der Markt wieder leicht", sagte Motorola-Deutschlandchef Norbert Quinkert der Zeitung. Der Einbruch ist nach Quinkerts Worten eine Folge geänderter Verkaufsstrategien bei den Mobilfunkbetreibern. Die Preise für die Telefone seien höher geworden, vor allem, weil T-Mobile, D2Vodafone, E-Plus und Viag Interkom die Geräte nicht mehr bezuschussten. Die Subventionen hätten die Unternehmen in oder nahe an die Verlustzone gebracht, so dass sie die Kostenbremse ziehen mussten. Außerdem sei der Markt gesättigt.

"Im ersten Halbjahr 2002 werden sich viele Menschen neue Handys kaufen."

Für das nächste Jahr rechne die Branche aber wieder mit steigenden Verkaufszahlen. Der finnische Telekomausrüster Nokia geht der Zeitung zufolge davon aus, dass in Deutschland 20 Millionen Geräte verkauft werden. Auch Motorola-Manager Quinkert wird optimistisch zitiert: "Im ersten Halbjahr 2002 werden sich viele Menschen neue Handys kaufen." Grund seien neue Produkte in der Mobilfunktechnologie GPRS, die raschere Datenübertragung ermögliche.

UMTS

Auch die dritte Mobilfunkgeneration UMTS soll den Umsatz ankurbeln. "Wir werden im zweiten Quartal 2002 unser erstes UMTS- Handy auf den Markt bringen", sagte Quinkert der "FTD". Motorola werde ausreichend Mobiltelefone bauen, um die ersten Kunden zu bedienen. Auf eine genaue Stückzahl wollte sich Quinkert nicht festlegen. Er widerspreche allen Zweiflern, die glaubten, dass UMTS nicht wie vorgesehen Mitte 2002 bis Anfang 2003 an den Start geht. "Es ist dumm zu sagen, dass die Netzbetreiber den Start um Jahre verschieben." (APA)

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