Wie sich feststellen lässt, ob ein Mann in die "Andropause" kommt

1. November 2001, 21:37
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Wien - Nicht nur Frauen erleben mit dem Älterwerden die Auswirkungen hormoneller Veränderungen. Schön langsam setzt sich auch bei der Erforschung des männlichen Alterns die Erkenntnis durch, dass viele der Beschwerden mit dem Nachlassen der körpereigenen Produktion an Geschlechtshormonen zu tun hat. Doch die Hauptfrage ist: Wie stellt man diesen schleichenden Prozess fest? Labortests sind aufwändig. Der US-Experte Dr. John E. Morley und sein Team haben einen Fragebogen erstellt, der mit erstaunlicher Genauigkeit entsprechende Verdachtsmomente erkennen lässt.

Morley von der Abteilung für Altersmedizin von der Saint Louis University im US-Bundesstaat Virginia stellt - so eine Aussendung der Veranstalter - den Test-Kit auf dem Kongress vor.

10 Punkte

Der Fachmann: "Die Diagnose dieser 'Andropause' (als Gegenstück zu 'Menopause' der Frau, Anm.) hat sich oft als schwierig erwiesen. Unser aus zehn Punkten bestehender Fragenkatalog hat sich jedenfalls als nützlich erwiesen, wenn es um das erste Feststellen von Verdachtsmomenten auf einen Testosteronmangel geht."

Und hier die Fragen: Verdacht im Sinne des möglichen Hormonmangels gibt es, wenn die Fragen 1 oder 7 mit "Ja" beantwortet werden oder drei andere Fragen. Hier der "Katalog"

1) Leiden Sie unter einem Libidoverlust (weniger Lust auf Sex)?
2) Fühlen Sie sich energielos?
3) Haben Sie das Gefühl weniger kräftig bzw. weniger ausdauernd zu sein als früher?
4) Haben Sie an Körpergröße abgenommen?
5) Haben Sie weniger "Freude am Leben"?
6) Sind Sie häufiger niedergeschlagen und/oder missmutig?
) Beim Sex: Sind Ihre Erektionen nicht mehr so stark wie früher?
8) Haben Sie in der jüngeren Vergangenheit bemerkt, dass Sie beim Sport nicht mehr so "leistungsfähig" sind?
9) Schlafen Sie nach dem Essen jetzt leicht ein?
10) Haben Sie in der letzten Zeit bemerkt, dass Ihre Leistungsfähigkeit im Beruf abgenommen hat?

Nur der Anfang

Der Test gibt erste Hinweise. Dafür wurde er geschaffen und ist laut Dr. Morley auch recht genau: Leidet ein Mann im höheren Alter an einem Hormonmangel, so gibt der Test immerhin bei knapp 90 Prozent der Betroffenen einen direkten Hinweis darauf. Eine spezifische Aussage dazu kann bei 60 Prozent der Testpersonen getroffen werden.

Natürlich bedarf es dazu auch noch im Zweifelsfall einer Abklärung dieses "psychologischen Befundes" durch ergänzende Labortests, bei denen die Konzentration an Geschlechtshormonen im Blut bestimmt wird. Auch hier stehen die einzelnen Verfahren noch durchaus in Diskussion.

Morley: "Wenn man aber diese Methoden verwendet, kann die Diagnose einer 'Andropause' (also des Hormonmangel, Anm.) ziemlich sicher gestellt werden." Dann kann der Arzt auch überlegen, ob nicht eventuell doch eine Hormonersatztherapie ins Auge gefasst werden sollte. (APA)

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