Marktplatz Mitteleuropa. Viele Kulturen, eine Währung, neue Chancen.

8. November 2001, 16:42
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Pflichtlektüre auch für gelernte Österreicher von Robert Th. Kastner

Vorausschauende Unternehmer warten nicht auf die EU-Erweiterung. Sie sind längst dabei, Risken und Chancen der neuen Märkte zu prüfen und ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Das ist die Avantgarde, und sie konzentriert sich auf die Großindustrie und den Bankensektor. Darunter, im Bereich der Mittel- und Kleinbetriebe, tut sich noch wenig. Gerade dort aber liegt das große Wachstumspotenzial einer nach Ostmitteleuropa erweiterten EU.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Einstieg in diesen riesigen Hoffnungsmarkt ist ein Minimum an Wissen über Geschichte, Kultur und Mentalitäten. Die Österreicher halten sich viel darauf zugute, hier einen Vorsprung zu haben. Aber Hochmut ist fehl am Platz. Oder, wie Friedrich Stara, Präsident von Henkel Central Eastern Europe, im Gespräch mit Buchautor Robert Th. Kastner meint: "Das sage ich als gelernter Österreicher: Es (gemeint die Chancen für Klein- und Mittelbetriebe, Red.) ist dramatisch besser geworden. Diese Situation wird von Unternehmen, die sich mit der Region noch nicht beschäftigt haben, völlig falsch eingeschätzt."

Deshalb ist dieses Buch, das am Dienstagabend in Wien präsentiert wurde, eine Pflichtlektüre. Nicht nur für Unternehmer, die zwar begehrlich nach Norden, Osten oder Südosten blicken, aber sich halt doch nicht trauen, sondern auch für jene vielen "gelernten" Österreicher, die schon alles über ihre Nachbarn zu wissen glauben. Robert Kastner, gebürtiger Kärntner, ausgebildeter Biologe und seit mehreren Jahren Unternehmensberater in der EU und in Ostmitteleuropa, hat ein kleines Kunststück zuwege gebracht: kulturhistorischen Nachhilfeunterricht mit unmittelbar nutzbarer Information zu verbinden. (Josef Kirchengast)

Robert Th. Kastner
Marktplatz Mitteleuropa. Viele Kulturen, eine Währung, neue Chancen.
Molden, Wien 2001
264 Seiten, 328 öS/ 23,84 EURO
ISBN: 3854850662

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