Frauen haben in punkto Alterswissenschaften die Nase vorn

1. November 2001, 12:00
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Universität Graz zeichnete die Arbeiten von sechs Wissenschaftlerinnen aus

Graz - Im Bereich der Alterswissenschaften haben Frauen eindeutig die Nase vorne. Am Mittwoch wurden in Graz sechs Wissenschafterinnen, die sich in ihrer Forschungsarbeit dem Wohl alter Menschen verschrieben haben, mit Preisen der Universität Graz ausgezeichnet. Die so genannten "Paul Petry - Preise für Alterswissenschaften" in der Gesamthöhe von 60.000 Schilling ergingen an Elisabeth Grünberger, Marlis M. Knill, Regina Reßler, Petra Schwingenschuh, Renate Wieser und Felicitas Zehetner.

Die ausgezeichneten Arbeiten kommen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen: So wurden zwei Abschlussarbeiten für den österreichweit einzigartigen Grazer Universitätslehrgang für Interdisziplinäre Gerontologie ebenso prämiert wie Forschungsprojekte aus dem EDV-Bereich oder der Theologie.

Die Abschlussarbeiten

Marlis M. Knill hat am Institut für Psychologie über die Aktivierung und Reaktivierung von sozialen Netzwerkstrukturen als Schutzfaktor gegen Depressionen bis hin zum Selbstmordgedanken geforscht.

Wie betreutes Wohnen am Bauernhof ablaufen könnte hat Regina Reßler in ihrer Diplomarbeit am Institut für Soziologie beschäftigt. Petra Schwingenschuh wurde für ihre computergestützte Ganganalyse bei PatientInnen mit Morbus Parkinson ausgezeichnet.

Möglichkeiten der Reflexion kirchlicher Altenarbeit in der Diözese Graz-Seckau standen im Mittelpunkt der Forschungsarbeit von Renate Wieser am Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie.

Über die Therapie und Förderaufenthalte von Alzheimer-Demenzkranken und ihre betreuenden Angehörigen hat Felicitas Zehetner ihre nun prämierte Abschlussarbeit für den Universitätslehrgang Interdisziplinäre Gerontologie verfasst.

Ihre Lehrgangskollegin Elisabeth Grünberger wurde für ihre Arbeit über Möglichkeiten der psychosozialen Beratung und Psychotherapie im Alter ausgezeichnet.

Der Paul Petry-Preis

Der Paul Petry-Preis ist nach dem wichtigsten Förderer der Alterswissenschaften an der Uni Graz benannt. Der aus Köln stammende Architekt, der sich zeitlebens mit der Errichtung altersgerechter Architektur beschäftigt hat, kam über die Grazer Technische Universität in Kontakt mit der Grazer Universität und ihren Bemühungen im Bereich der Alterswissenschaften. Durch die finanziellen Zuwendungen des Architekten, der 1999 unerwartet verstarb, wurde an der Grazer Universität sowohl der Start des Universitätslehrganges Interdisziplinäre Gerontologie als auch die Auszeichnungen die seither aus der Paul-Petry Stiftung gespeist werden, ermöglicht. Die in diesem Jahr zum dritten Mal vergebenen Preise zeichnen die besten wissenschaftlichen Arbeiten aus den verschiedensten Fachgebieten zum Thema Alterswissenschaften aus.(APA)

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