BSA startet Aktion "Schonfrist in Wien"

18. März 2002, 12:54
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Unternehmen sollen Software lizenzieren - Bis 2002 wird die Kampagne in Österreich flächendeckend gestartet

Die Business Software Alliance (BSA) startet nun auch in Wien die Aktion "30 Tage Schonfrist". Diese Kampagne lief schon im Mai dieses Jahres in Oberösterreich und soll bei Unternehmen ein Bewusstsein für den legalen Einsatz von Software schaffen. Von 15. Oktober bis 13. November haben Unternehmen die Möglichkeit sich auf der Seite Schonfrist.at registrieren zu lassen und ihren Softwarebestand in Ruhe zu durchleuchten, zu testen und gegebenenfalls lizenzieren zu lassen.

Danach "Aktion scharf"

Die BSA garantiert allen Unternehmen die sich an der Aktion beteiligen Straffreiheit, selbst wenn es schon davor Hinweise auf illegalen Einsatz von Software gab. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe sollen dazu animiert werden ihre Raubkopien oder nicht lizenzierten Produkte in legale Software umzuwandeln.

"Der Erfolg der Aktion Schonfrist in Oberösterreich bestätigt uns, dass wir mit dieser zielgerichteten Kampagne auf dem richtigen Weg sind", so Georg Herrnleben, Regional Manager Central Europe der BSA. Das Konzept der Aufklärungs- und Legalisierungskampagne wird nach Angaben der BSA bis Sommer 2002 in Österreich fortgesetzt und soll flächendeckend in allen Bundesländern gestartet werden.

"Ein Drittel der eingesetzten Software ist illegal"

Rund 37 Prozent der in Unternehmen eingesetzten Software ist nach Angaben der BSA illegal. Die Aktion "Schonfrist in Wien" wird mit verschiedensten Kampagnen eingeläutet: Zunächst werden 7000 Unternehmen per Direct Mailing kontaktiert, im Radio wird der Slogan "Sie haben 30 Tage Zeit" laufen und in Zeitungen starten Anzeigen unter dem Motto "Der Countdown läuft". Auf der BSA-Homepage und der Seite Schonfrist.at finden Unternehmen Informationen und das kostenlose Software-Analyse-Tool GASP, das alle installierten Softwareprogramme identifiziert und auflistet. So können Unternehmen die vorhandene Software mit der Anzahl der Lizenzen vergleichen.

Die Rechtslage

Viele Unternehmen sehen im Einsatz illegaler Raubkopien und nicht lizenzierter Software noch immer ein Kavaliersdelikt. Wie der Anwalt der BSA Prof. Dr. Guido Kuscko betont, ist Österreich in der Exekutive und im Vollzug vorbildlich. Das Strafmaß sieht sowohl zivil- wie auch strafrechtliche Konsequenzen vor. So ist vom Gesetzgeber ein Strafrahmen von 6 Monaten bis zu 2 Jahren für solche Vergehen vorgesehen. Im Zivilrecht gibt es einen Mindestschadenersatz, der die doppelte legale Registrierungsgebühr ausmacht und nur rückwirkend gültig ist. Ein Unternehmen muss also zusätzlich danach noch für die eigentliche Lizenzierung zahlen. Da es sich bei einer Urheberrechtsverletzung um ein Privatklagsdelikt handelt, tritt der Rechteinhaber (in diesem Fall das Softwareunternehmen) als Staatsanwalt auf und kann rechtliche Schritte einfordern.

"Hinweise aus der Bevölkerung"

Vier Falltypen sind laut Koscko „in freier Wildbahn“ anzutreffen:

  • HDL (Hard Disc Loading): Ein Händler spielt einem Kunden Software beim Kauf eines Rechners auf die Festplatte. Dabei wird allerdings nicht lizenziert und Kunde und Händler machen sich strafbar.

  • Fälschungen: Auch hier sind verschiedene Arten anzutreffen. Von der plumpen Fälschung ( CD wird gebrannt und händisch beschriftet) bis zu perfekten Fälschungen, bei denen auch das Booklet vorhanden und der Datenträger bedruckt sind, reicht die Palette.

  • Internetpiraterie: Illegaler Datendownload aus dem Netz und der Verkauf illegaler Kopien in "Online-Shops".

  • Lizenzüberschreitung: In diesem Fall erwirbt ein Unternehmen die Lizenz für einen Rechner "vergisst" aber die Software für andere Rechner lizenzieren zu lassen. Diese Problematik, die auch verstärkt in Schulen und Universitäten zu finden ist, soll in Zukunft ebenfalls besser kontrolliert werden.

    Die meisten Fälle von Einsätzen illegaler Software in Unternehmen werden nach "Hinweisen aus der Bevölkerung" aufgedeckt. Eine eidesstaatliche Erklärung reicht um einen Richter zu einer Hausdurchsuchung zu veranlassen. Wie Kuscko aus seiner Erfahrung berichtet erfolgt der Zugriff der Wirtschaftspolizei überraschend und schnell. Eine Beschlagnahme der Datenträger sowie der Rechner ist danach die erste Amtshandlung der Exekutive. (red)

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