Wie Sie per E-Mail den besten Eindruck hinterlassen

16. November 2001, 11:30
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Der erste Kontakt im Bewerbungsverfahren legt den Grundstein für den nächsten

So wie bei einem Gespräch das Image des Gegenübers noch vor dem Händedruck festgelegt wird, prägt auch bei einer Online-Bewerbung der erste Eindruck. Die unmittelbare Wirkung legt beim Adressaten die Einschätzung Ihrer beruflichen und persönlichen Fähigkeiten fest.

Kurz und prägnant

Eine Online-Bewerbung verrät bereits auf den ersten Klick Vieles. Sie enthält zum Beispiel die Information, ob ein Kandidat im Stande ist, das Wesentliche kurz und prägnant mitzuteilen. Wer Sie sind, für welche Position Sie sich bewerben und warum Sie gerade dieses Unternehmen ausgewählt haben, muss auf jeden Fall in der kurz gehaltenen E-mail angegeben sein.

Betreffzeile

Die Anmerkung, dass es sich bei dem Schreiben um eine Bewerbung handelt, gehört in die Betreffzeile. Alles Weitere, wie Foto, Lebenslauf und eine kurze Beschreibung der besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen, kann in Attachements verpackt werden.

Einfache Bearbeitung

Wichtig ist, dem Adressaten die Bearbeitung und Einordnung der E-Mail so einfach wie möglich zu machen. Das gilt vor allem für Blindbewerbungen.

Technisch nicht übertreiben

Dabei wird oft der Fehler begangen, alle technischen Möglichkeiten der EDV bis zum Exzess zu nutzen. Seitenweise eingescannte Zeugnisse, Urkunden und Projektbeschreibungen und sonstigen Qualifikationsbelegen heben in der Regel keineswegs das Interesse für den Kandidaten, sondern bewirken eher das Gegenteil. Solche Mails haben die beste Chance, per Mausklick zum Datenmüll befördert zu werden. Die detaillierte Dokumentation der Karriere ungebeten via E-Mail zu transportieren, trägt nicht zur Steigerung Ihres persönlichen Marktwertes bei. Details werden besser beim ersten persönlichen Gespräch präsentiert.

Auf den Job kommt es an ...

Welche Informationen dabei übermittelt werden, wird von der Ausrichtung des Kandidaten bestimmt. Für einen Webdesigner ist es sicher von Vorteil, wenn er seine Bewerbung mit einem Link zur persönlichen Homepage versieht. In der Bewerbung eines Wirtschaftsprüfers würde das hingegen befremdlich wirken.

Bei der Auswahl der richtigen Informationen ist es durchaushilfreich, sich in die Situation des Adressaten zu versetzen und zu überlegen, welche Eckdaten dieser für den ersten Check der Bewerbung benötigt. Dafür gibt es keine starren Regeln. Erlaubt ist, was die Fähigkeiten und die Persönlichkeit des Bewerbers zeigt und den Adressaten im Nu begeistert. (DER STANDARD, Print-Ausgabe)

Von Hermann Holzer-Söllner
Der Autor ist Geschäftsführer von Futurestep Österreich
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