Obdachlosenzeitung "Asfalter" vor dem Aus

28. September 2001, 19:09
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Land Salzburg halbiert Subventionen

Bei der Salzburger Straßenzeitung "Asfalter" fürchtet man, das erfolgreiche Projekt könnte nächstes Jahr eingestellt werden. Der von der Soziale Arbeit GesmbH herausgegebenen Zeitung drohe, so Geschäftsführer Alfred Altenhofer, eine Halbierung der Landessubventionen.

Budget wurde halbiert

Bis jetzt hat die Arbeits- und Obdachlosenzeitschrift rund 800.000 Schilling (58.000 Euro) pro Jahr bekommen. Altenhofer ist überzeugt, die Straßenzeitung mit nur 400.000 Schilling nicht weiterführen zu können. Andere Geldquellen seien nicht in Sicht: Die Hälfte des Verkaufspreises müsse beim Verkäufer bleiben, soll der Asfalter als Sozialprojekt funktionieren. Sponsoren für eine Obdachlosenzeitung zu finden sei fast unmöglich. Auch die Steigerung der Verkaufszahlen hält Altenhofer für nicht realistisch. Bei rund 6000 verkauften Stück pro Ausgabe dürfte am kleinen Salzburger Markt der Plafond erreicht sein. Bleibt nur mehr die öffentliche Hand.

"Ich will nicht, dass der "Asfalter" stirbt"

Diese, namentlich Soziallandesrat Walter Blachfellner (SP), kann die Ängste nicht verstehen. "Ich will nicht, dass der "Asfalter" stirbt", versichert Blachfellner im STANDARD-Gespräch. Er wolle nur das Fördersystem ändern: In Zukunft werde nicht mehr jedes der zahlreichen Projekte der Soziale Arbeit GesmbH unterstützt, sondern die Gesellschaft bekomme die Subvention in einem. "Wie die das Geld verteilen, ist ihre Sache."

"Die zuständige Fachabteilung hat diese Meinung des Landesrates noch nicht verinnerlicht", so Altenhofer. Die Beamten hätten eine Subventionskürzung im Budgetplan vorgesehen. (neu/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 29./30. August 2001)

  • Artikelbild
    foto: www.asfalter.at
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