AXA will Kürzung der Gewinnbeteiligungen bei Lebensversicherungen

27. September 2001, 15:20
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"Sonderschwankungsrückstellung" für schlechte Kapitalmarktperformance gefordert

Wien - Die AXA Österreich, Tochter des französischen Versicherungsriesen, überlegt wie andere Assekuranzen auch, wegen der Einbrüche auf den Aktienmärkten die Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung zu kürzen. Bereits im Vorjahr gab es eine Rücknahme von 6,75 auf 6,45 Prozent, eine weitere Senkung um bis zu einen Viertelprozentpunkt sei nicht ausgeschlossen, sagte AXA Versicherung AG-Chef David Furtwängler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Eine Verteilung der Kursverluste über mehrere Jahre durch eine Art "Sonderschwankungsrückstellung" für Kapitalmarktverluste forderte heute Franz Fuchs, Chef der österreichischen AXA-Gruppe, die auch für Ungarn und Liechtenstein zuständig ist.

Damit könnten die Gewinnbeteiligungen in der österreichischen Lebensversicherung einigermaßen stabil gehalten werden. Neben dieser "Sonderschwankungsrückstellung" ist für Fuchs zur Entlastung der Assekuranzen in der Lebensversicherung auch vorstellbar, dass der Anteil am Gesamtgewinn, der an die Versicherungsnehmer ausgeschüttet werden muss, von derzeit 85 bis 90 Prozent kurzfristig zu reduzieren, um so die Unternehmen zu entlasten.

Versicherungsaufsicht will selektiv vorgehen

Die Versicherungsaufsicht dürfte dafür wenig Verständnis haben. Sollte auf Grund der derzeitigen Situation Handlungsbedarf über eine Aufteilung der Schäden aus den Kursverlusten bestehen, werde man äußerst selektiv vorgehen, hieß es heute aus der Behörde zur APA.

Die AXA orientiert sich in Österreich nun auch im Namen und im Auftritt ganz an der Konzernmutter. Begleitet wird dies von einer Werbe-Image-Kampagne ab Oktober, für die laut Fuchs ein "zweistelliger Millionenbetrag" vorgesehen ist. Die Holding-Gesellschaft für Österreich, Ungarn und Liechtenstein wird in Hinkunft AXA AG (bisher AXA Colonia Österreich) heißen, die österreichische operative Gesellschaft AXA Versicherung AG (bisher AXA Nordstern Colonia Versicherungs AG).

Fokus auf Österreich und Ungarn

Fokussieren werde man sich in den kommenden Jahren vor allem auf Österreich und Ungarn. In Österreich wolle man innerhalb der kommenden fünf Jahre unter die Top Ten Lebensversicherer kommen, so Fuchs. Vorerst ad acta gelegt ist der polnische Markt. Nach wie vor im Visier habe man Tschechien und die Slowakei, allerdings müsse es sich bei Expansionen in Mittelosteuropa um ertragreiche Geschäft handeln und nicht um solche, die erst in sieben oder acht Jahren Erträge abwerfen.

Die Prämieneinnahmen der AXA erhöhten sich in Österreich im ersten Halbjahr um rund 13,2 Prozent. In der Lebensversicherung lag das Plus bei den laufenden Prämien bei 5,8 Prozent, bei den Einmalprämien bei 323 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet Fuchs mit einer guten Entwicklung bei den Einmalerlägen. Weniger gut dürfte dagegen die fondsgebundene Lebensversicherung laufen. (APA)

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