Gehrer: Zahl der "aktiv Studierenden" sinkt nicht

28. September 2001, 15:30
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Ministerin präsentiert Uni-Bilanz - Gebühren bislang von 98.000 Studierenden bezahlt

Wien - Trotz Studiengebühren werde im neuen Studienjahr die Zahl "der aktiv Studierenden nicht zurückgehen". Das betonte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien anlässlich des Starts des Studienjahres 2001/02. Laut einer Studie der Hochschülerschaft würden 30 Prozent der Studenten ihr Studium nicht aktiv betreiben, was bedeute, dass von den rund 226.000 Studierenden im Vorjahr nur 164.000 tatsächlich aktiv studieren. Für das Wintersemester zeichne sich ab, "dass wir gleich viele aktive Studenten haben", sagte Gehrer.

Täglich rund 3.500 Einzahlungen

Bisher haben sich nach Angaben der Ministerin 98.000 Studierenden zu einem Studium an- oder weitergemeldet - und damit auch den Studienbeitrag bezahlt. Täglich würden derzeit rund 3.500 Einzahlungen von Studiengebühren beim Bundesrechenamt registriert. Auch bei den Studienanfängern rechnet Gehrer unter Berufung auf Auskünfte der Universitäten Wien und Salzburg mit keinen Rückgängen. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Erstinskribenten um 1.300 auf über 27.400 gestiegen.

"Durch die Studienbeiträge erhalten wir erstmals realistische Zahlen über die Studierenden, die als Planungsgrundlage zur Verfügung stehen", betonte Gehrer. Dadurch würde sich auch die Stellung Österreichs im internationalen Vergleich positiv verändern: So würden die Ausgaben pro Studierendem tatsächlich 170.000 S betragen und nicht wie bisher angenommen 130.000 S (OECD-Schnitt: 124.000 S). Die Drop-out-Quote sinke von derzeit 47 auf unter 40 Prozent, wodurch Österreich von der derzeit drittletzten Stelle im OECD-Vergleich ins europäische Mittelfeld vorrücke.

Gehrer: "Gute Rahmenbedingungen"

Bei der durchschnittlichen Studiendauer erwartet Gehrer ein Sinken von derzeit 7,4 auf unter 6,5 Jahre. Durch die neuen Studentenzahlen und die Maßnahmen zur Ausweitung des Bezieherkreises werde der Anteil der Studienbeihilfenbezieher von derzeit 14 auf rund 25 Prozent steigen.

Gehrer hob auch die "guten Rahmenbedingungen für die Studierenden" hervor. Man habe mit 40 Mill. S dafür gesorgt, dass bürokratische Abläufe bei der Inskription möglichst reibungslos vor sich gehen. So würden Studierende an den meisten Unis innerhalb von fünf bis 14 Tagen nach Einzahlung des Studienbeitrags ihre Studienbestätigung erhalten. Außerdem seien aus der Uni-Milliarde 500 Mill. S zur Verbesserung des Studienbetriebs an die Unis ausgeschüttet worden, die sich dafür im Wettbewerb mit Projekten bewerben mussten.

Die neuen, realistischen Studentenzahlen würden als Planungsgrundlage herangezogen, ergeben sich doch dadurch neue Verhältniszahlen etwa bei der Raumnutzung oder dem Professoren-Studenten-Verhältnis, betonte Gehrer. So wie man es früher gemacht habe, "dass jeder Wunschbriefe ans Christkind geschrieben, diese dann addiert und dann gebaut hat, mit der Hoffnung, irgendwann wird es schon voll werden", werde es nicht mehr gehen. "Die Universitäten müssen wie ein ordentlicher Betrieb mit realistischen Zahlen ihre Zukunftsplanung durchführen", so die Ministerin. (APA)

  • Die Schlangen vor die Inskriptionsschalter wurden kürzer. Nicht aber aufgrund der Studiengebührer, so Ministerin Gehrer. Die Anmeldung via Internet sorgte wohl auch für weniger Stau.
    foto: derstandard/cremer

    Die Schlangen vor die Inskriptionsschalter wurden kürzer. Nicht aber aufgrund der Studiengebührer, so Ministerin Gehrer. Die Anmeldung via Internet sorgte wohl auch für weniger Stau.

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