Autofahrer landete in Damwild-Gehege des Tierparks Herberstein

26. September 2001, 10:44
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Lenker flüchtete und ließ Auto zurück - Vier Stück Damwild entkommen

Graz - Erheblichen Schaden richtete ein Autofahrer in der Nacht auf Mittwoch im steirischen Tierpark Herberstein an: Wie es am Mittwoch in einer Aussendung der Tierparkleitung hieß, kam der Lenker mit seinem Fahrzeug auf der Höhe des Tier- und Naturparks von der Landesstraße ab und stürzte in ein mit Schafen und Damwild besetztes Gehege. Anstatt die Tierparkverwaltung oder die Gendarmerie über das offen stehende Gehege zu informieren, ließ der Lenker - laut Parkverwaltung ein "junger Mann" - Fahrzeug, Papiere und sogar Handy zurück und machte sich aus dem Staub. Vier Stück Damwild konnten entkommen. Die Ermittlungen der Gendarmerie liefen am Mittwochvormittag noch.

Nachdem der Fahrer, der laut Autokennzeichen aus dem Bezirk Fürstenfeld stammt, die Einzäunung auf einer Länge von 18 Metern durchbrochen habe, sei er noch weitere 100 Meter durch das Gehege gefahren und müsse wohl versucht haben, den umzäunten Bereich wieder an einer anderen Stelle zu verlassen, schilderte Tierparkleiter Andreas Kaufmann den vermutlichen Hergang. Als die Mitarbeiter des Tier- und Naturparks den Schaden im Morgengrauen entdeckten, waren bereits vier Stück Damwild entkommen.

"Verunsicherte und verletzte" Tiere

Zwei laut Kaufmann "verunsicherte und verletzte" Tiere konnten nach längerem Suchen wieder eingefangen und notdürftig versorgt werden. Allerdings seien dabei auch zwei Mitarbeiter des Tierparks durch die schlagenden Hufe der übermäßig gestressten Tiere leicht verletzt worden. Die Jägerschaft des Gebietes um Herberstein wurde nun von der Tierparkleitung gebeten, die beiden verbleibenden, in der Umgebung vermuteten Tiere, bei Anblick zu töten. "Dadurch sollen mögliche Folgeunfälle, die von den in Panik geratenen Tieren verursacht werden könnten, und das zu Schaden Kommen von Unschuldigen verhindert werden", so Kaufmann.

Der Lenker - nach ihm wurde Mittwoch Vormittag noch gesucht - wurde bereits angezeigt. Er muss mit hohen Schadenersatzforderungen seitens Herbersteins rechnen. "Den Tieren wird es allerdings nicht mehr helfen", erklärte Kaufmann. (APA)

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