Gehen St. Pöltener Freiheitliche mit "Hallenbad-Diskussion" baden?

26. September 2001, 09:41
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Stimmenfang für Gemeinderatswahl hat begonnen

St. Pölten - Die Freiheitlichen wollen nach der Gemeinderatswahl am 7. Oktober in St. Pölten einen zweiten Stadtrat stellen. "Bei einem Plus von etwa 300 Stimmen würden wir dieses Ziel erreichen", sagt Spitzenkandidat Hermann Nonner. Als wichtigste Wahlkampfthemen bezeichnet er das Ergebnis der Volkszählung und die Hallenbad-Diskussion.

"Uns geht es um die Probleme und Sorgen der Menschen in der Stadt", betonte Nonner. Er selbst sieht sich deshalb - wie schon in den vergangenen zehn Jahren - als "Bürgeranwalt". Die Freiheitlichen seien auch in Zukunft der Garant für "durchdachte Oppositionspolitik".

Zu den Schwerpunktthemen im Wahlkampf merkte Nonner an, dass St. Pölten durch das negative Ergebnis der Volkszählung in den kommenden zehn Jahren etwa 300 Mill. S verliere. Die Abwanderung der Bevölkerung auf nunmehr weniger als 50.000 Einwohner führt er auf drei Gründe zurück: den Rückzug aus dem kommunalen Wohnbau (alles sei "roten Genossenschaften" überlassen worden), keine günstigen Grundstücke für Jungfamilien ("die Baurechtsaktion ist zu spät gekommen") und die "komplett verfehlte Gewerbe- und Betriebsansiedlungspolitik". Die Rathaus-SPÖ hätte "mit einer gewissen Betriebsblindheit agiert". Ob der finanziellen Einbußen aus dem Finanzausgleich fordert Nonner nun ein "Runter mit den Politikerbezügen" um bis zu 30 Prozent. Das würde etwa sechs Mill. S pro Jahr bringen.

In der Hallenbad-Diskussion sprechen sich die Freiheitlichen eindeutig für einen Standort beim Ratzersdorfer See aus. Ein derartiges Projekt - u.a. mit angeschlossenem Hotel - würde der Stadt auch touristischen Nutzen bringen, so Nonner. Der Umbau des bestehenden, 40 Jahre alten Hallenbades, bei dem es auch keine Parkplätze gebe, ist für ihn kein Thema.

Schon in den vergangenen fünf Jahren hätten die Freiheitlichen wiederholt bewiesen, "dass wir die besseren Ideen haben", betonte der Spitzenkandidat. Nach einiger Zeit seien Themen wie Kurzparkzonenregelung oder Parkscheinautomaten von der SPÖ auch umgesetzt worden. Erfreut zeigt sich Nonner darüber, "dass es beim Magistrat endlich den ersten Lehrling gibt". Auf Initiative der FPÖ würden im Herbst auch Lärmschutzmaßnahmen an der Westautobahn (A 1) in Angriff genommen.

Die Freiheitlichen wenden für den Wahlkampf laut ihrem Spitzenkandidaten etwa eine halbe Million Schilling auf. "Wir wollen fast keine Schulden machen." (APA)

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