Männersongs aus Frauensicht

12. August 2003, 11:54
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Ein Zuckerl für Tori Amos neues Album "Strange Little Girls"

Auf ihrem neuen Album "Strange Little Girls" (Eastwest/Warner) nimmt sich Tori Amos zwölf von Männern geschriebene Stücke vor, zerlegt sie, interpretiert sie neu, verändert wenn nötig den Text – um der Rolle der Frauen in den Stücken neues Gewicht zu verleihen.

Ob Velvet Undergrounds "New Age", "Strange Little Girls" der Stranglers, Depeche Modes "Enjoy the Silence", Lloyd Coles "Rattlesnakes", 10CCs "I’m Not In Love" das eine Umkehrung erfährt, Tom Waits‘ "Time", Neil Youngs "Heart of Gold", Joe Jacksons "Real Men", Slayers "Raining Blood", sowie der Hit der Boomtown Rats "I Don’t Like Mondays" über ein schießwütiges Schulmädchen, "Happiness Is A Warm Gun" der Beatles und Eminems "97 Bonnie & Clyde" – das durch den Einsatz von Streichern das Stück auf Brutalität und Perversion reduziert. Die Alben-Covers werden von "verschiedenen Frauen" geziert - unterschiedliche Geschichten - unterschiedliche Frauen.

"Gewalt wird wie Salz verwendet, um das Leben ein wenig zu würzen. Das zeigt sich bereits in der Art wie wir kommunizieren. Das steckt in uns drinnen.", so die 37-jährige Sängerin. Mit den ausgewählten Songs verdeutlicht sie die Diskrepanz von dem was Männer sagen, und wie das von Frauen verstanden wird. "Songwriter" sollen sensibel mit Sprache umgehen, lautet die Botschaft. Denn auch sie haben Verantwortung.

Ein interessantes Konzeptalbum, das ein Zuckerl verdient, befindet dieStandard.at.

25.9.2001
Pia Feichtenschlager
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