26.9.2001:
Keine Strukturgelder für das Künstlerhaus

25. August 2003, 14:17
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Franz Morak verweist auf die Stadt Wien

Wien - Am Mittwoch gewährt Kunststaatssekretär Franz Morak (VP) dem Leitungsteam des Wiener Künstlerhauses Audienz. Die Hoffnungen, künftig eine größere finanzielle Unterstützung zu erhalten, werden bei diesem Termin aber zunichte werden: Gegenüber dem STANDARD erklärte Morak, dass für ihn eine Struktursubvention nicht infrage komme. Vorstellbar wäre lediglich eine Förderung von Einzelprojekten, sofern sich seine Beiräte für eine solche aussprechen sollten.

Wie berichtet, lässt Kulturministerin Elisabeth Gehrer (VP) im Februar 2002 den Mietvertrag auslaufen, der eine halbjährige Bespielung des Künstlerhauses durch die Bundesmuseen vorsah. Dadurch kommt es zu einem Einnahmenentfall von rund acht Millionen Schilling, der bisher nur zum Teil aufgefangen werden konnte: Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) sicherte zu, die Subvention für das Programm (zwei Millionen) zumindest zu verdoppeln.

Zudem will er den Bund in die Pflicht nehmen. Schließlich habe das Künstlerhaus österreichweit Bedeutung, und es erscheine ihm sinnvoll, wenn der eingeschlagene Weg weiter bestritten würde.

Für Morak hingegen ist das k/haus eine Wiener Angelegenheit. Ähnlich argumentiert auch Gehrer: "Das geht mich überhaupt nichts an." Sie beklagt, für ihre "Gutmütigkeit" bestraft zu werden: 1996, als es dem Künstlerhaus "wahnsinnig schlecht" gegangen sei, habe sie geholfen. Mittlerweile seien die Bundesmuseen selbstständig, sie hätte daher bereits vor zwei Jahren geschrieben, dass der Vertrag nicht verlängert würde.

Die Petition an Gehrer und Morak wurde mittlerweile von über 400 Personen unterzeichnet.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. 9. 2001)

 Von
 Thomas Trenkler

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